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07.06.2015

18:09 Uhr

Musterdepots

Marios Mundart

Wenn Mario Draghi spricht, ist jede Formulierung bewusst gewählt. Jeder Ausdruck hat eine bestimmte Bedeutung. So funktioniert moderne Geldpolitik. Depot-Stratege Daniel Hupfer entschlüsselt den aktuellen EZB-Code.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Markterwartungen an den jüngsten EZB-Zinsentscheid wurden weitgehend erfüllt: Der Leitzins blieb unverändert bei 0,05 Prozent und die Notenbank bekräftigte ihre Absicht, bis mindestens September 2016 Staatsanleihen zu kaufen. Ebenfalls erwartungsgemäß äußerte sich Notenbankpräsident Mario Draghi nur ausweichend zum Thema Griechenland, auch wenn beinahe jede zweite Frage in der Pressekonferenz dieses Thema berührte.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dennoch gab es den einen oder anderen Aspekt, den wir für bedeutsam halten. Dies betrifft insbesondere eine Änderung im Statement bezüglich der wirtschaftlichen Aussichten, die nun vorsichtiger beurteilt werden. Auf Nachfrage erläuterte Draghi, dies sei auf die schwache Entwicklung außerhalb Europas und insbesondere in den Schwellenländern zurückzuführen. Überhaupt wäre die EZB davon ausgegangen, dass die laufenden Konjunkturdaten sogar noch besser ausfallen würden.

Die EZB beließ ihre einmal im Quartal veröffentlichten Wachstumsprognosen für die Eurozone aber nahezu unverändert: Für das laufende Jahr wird mit einem realen BIP-Wachstum von 1,5 Prozent gerechnet, 2016 soll die Wirtschaft der Eurozone mit einer Rate von 1,9 Prozent wachsen, 2017 wird ein Plus von 2,0 Prozent erwartet.

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