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22.02.2016

17:30 Uhr

Musterdepots

Merkel und der Brexit

Die bisher unterschätzte Gefahr eines Merkel-Rücktritts hat die Märkte erreicht. Selbst ein kurzfristiges Machtvakuum könnte viele Anleger in „sichere Häfen“ wie Anleihen fliehen lassen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

DüsseldorfEine bisher ausgeblendete Gefahr rückt in den Fokus der Anlageprofis: Sollte Angela Merkels brisante Flüchtlingspolitik endgültig scheitern und in die Entmachtung der Bundeskanzlerin münden, droht Europas Börsen das Kurschaos. Was lange Zeit nur als Narratei realitätsfremder Querdenker belächelt wurde, beunruhigt mittlerweile auch die Research-Abteilungen der Finanzindustrie.

So glaubt man etwa bei der Schweizer Großbank UBS, dass ein Rücktritt Merkels schlimmer wäre als der Austritt der Briten aus der Europäischen Union. Schließlich sei sie Garant für die Stabilität der Eurozone. Und kurz zuvor hatte bereits der Chefanlagestratege der Société Générale, Alain Bokobza, dieses Szenario als eines der größten Risiken identifiziert.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ich teile diese Einschätzung und schließe nicht aus, dass die Aktienbörsen bereits vor Wochen damit begonnen haben, diesen Aspekt der Flüchtlingsproblematik allmählich einzupreisen. Zwar würde ein möglicher Nachfolger oder eine Nachfolgerin Merkels aller Voraussicht nach ebenfalls aus der CDU kommen  - und damit erneut aus dem konservativen, wirtschaftsfreundlichen Lager.

Doch schon ein kurzfristiges Machtvakuum in der größten Volkswirtschaft Europas würde viele Investoren veranlassen, zumindest vorübergehend in die üblichen „sicheren Häfen“ wie Bundesanleihen zu fliehen. Schließlich fürchten Investoren nichts mehr als Unsicherheit. Damit aber hängt nicht nur Merkels politische Zukunft unmittelbar vom Ausgang der Landtagswahlen Ende März in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ab, sondern maßgeblich auch die kurzfristige Entwicklung von Dax & Co.

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