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09.11.2016

07:45 Uhr

Musterdepots

Mit Bedacht durch den Markt bewegen

Indexfonds gelten als sichere Anlage, weil sie breit streuen. Unser Handelsblatt-Autor erklärt, warum er im Moment dennoch davon absieht. Außerdem im Blick: Die Baloise-Aktie und Multi-Asset-Strategien.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtDirektinvestitionen an den Aktienbörsen in Indexfonds oder einzelne Titel sind für das Musterdepot erst dann vorgesehen, wenn die extremen fundamentalen Bewertungen wieder in Richtung ihrer langjährigen Mittelwerte korrigieren. Beim Dax etwa beginnt diese Zone meinen Berechnungen zufolge unterhalb von rund 8 900 bis 9 200 Punkten.

Der US-Leitindex S&P 500 müsste dazu auf mindestens 1770 bis knapp 1800 Zähler zurückfallen. Auf den aktuell bei 2130 Punkten deutlich darüber liegenden Kursniveaus setze ich dagegen weiter vor allem auf defensive Anlagezertifikate, um Verlustrisiken möglichst gering zu halten – und einen hohen Bargeldbestand. Fast die Hälfte des Anlagekapitals ist in speziellen Derivaten investiert, die von einer fortgesetzten Seitwärtsphase oder sinkenden Kursen an den Börsen profitieren. Rund ein Drittel beträgt die Cash-Quote.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Hintergrund: Vor allem an der weltweit richtungsweisenden Wall Street bewegen sich die wichtigsten Bewertungskennziffern nach fast acht Jahren liquiditätsgetriebener Hausse im Bereich historischer Dimensionen. So liegt das Kursgewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 auf Basis der 2016er-Gewinnschätzungen bei 17,3 und damit weit über dem mittel- bis langfristigen Durchschnitt von etwas über 14.

Noch alarmierender ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) zu sehen, das für mich ein untrüglicherer Risikoindikator ist: Denn während die Konzerne ihre Ertragsergebnisse durch Sondereffekte und Aktienrückkäufe massiv beeinflussen können, ist das bei den Umsätzen nicht ohne weiteres möglich. Mittlerweile hat das KUV im S&P 500 einen Wert von mehr als 1,7 erreicht und lieg damit fast auf dem Niveau seines Allzeithochs um die Jahrtausendwende herum – kurz vor dem Börsenabsturz nach der Dotcom-Blase.

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