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23.02.2016

17:49 Uhr

Musterdepots

Mit dem Goldpreis dürfte es weiter aufwärts gehen

Der Goldpreis hat in diesem Jahr schon seinen Vorjahresverlust wieder gut gemacht. Analysten erwarten, dass der Preis weiter steigen wird. Trotzdem ist für Gold kein Platz im Handelsblatt-Musterdepot.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Nachdem der Goldpreis in diesem Jahr bereits den gesamten Vorjahresverlust wieder aufgeholt hat, dürfte es mit der Notierung weiter aufwärts gehen. Darauf deutet eine aktuelle Auswertung des Analysehauses Sentix: Ein spezieller Index, der die Grundüberzeugung der Investoren für das Edelmetall misst, sei nun auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen.

Was dies nach Ansicht der Fachleute von Sentix bedeutet, die anhand der Stimmung der Anleger Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten ziehen:  Wenn dieser so genannte „Strategische Bias“ in der Vergangenheit einen wie seit Jahresbeginn vergleichbaren Anstieg verzeichnete, dann habe der Goldpreis in den folgenden 16 Wochen im Schnitt weitere fünf Prozent an Wert hinzugewonnen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Bezogen auf die aktuelle Notierung von rund 1.220 US-Dollar entspricht das also Gewinnpotenzial bis auf etwa 1.280 US-Dollar. Seit dem Jahreswechsel hat der Goldpreis bereits um mehr als 13 Prozent zugelegt. Es ist vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach börsennotierten Edelmetall-Fonds (ETFs), die den Goldpreis derzeit treiben. Allein die Edelmetall-Bestände des weltgrößten Gold-Fonds, SPDR Gold, legten Anfang dieser Woche um über 19 auf rund 752 Tonnen zu. Das war der größte Tagesanstieg seit August 2011. Und seit Anfang Januar floss bereits mehr Geld in dieses Investmentvehikel als im gesamten Vorjahr.

Nach Ansicht der Experten von Sentix erscheinen weitere Preiszuwächse beim Gold zwar ambitioniert, seien aber dennoch realistisch: Anders als noch in den Jahren 2014/15 sei der Anstieg dieses Mal nicht durch eine bereits erhöhte Anlegerpositionierung gekennzeichnet. Ihre positive Grundeinstellung könnten Anleger daher nutzen, um weitere Positionen aufzubauen.

Unterstützung erhalten Gold-Optimisten momentan auch aus dem Lager der Charttechniker: Der Durchschnittspreis von Gold der vorangegangenen 50 Tage ist zuletzt höher als der über hundert Tage gewesen. Das interpretieren technische Analysten als Signal für weiter anziehende Notierungen. Seit der Jahrtausendwende ist solch ein „Goldenes Kreuz“ laut dem Informationsdienstleister Bloomberg nur zehn Mal vorgekommen, wenn beide Durchschnittskurven aufwärts tendierten. Die Notierungen seien damals in den folgenden 90 Tagen um durchschnittlich knapp drei Prozent gestiegen.

 Für das Handelsblatt-Musterdepot kommt Gold derzeit dennoch nicht infrage: Ich gehe davon aus, dass bei einer fortgesetzten Erholung der Aktienmärkte das Interesse an Edelmetall rasch wieder abebben wird. Zudem dürfte ein bedeutender Teil des Preisanstiegs auf die jüngste Dollar-Abwertung zurückzuführen sein –die stößt allerdings  inzwischen an ihre Grenzen.

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