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29.10.2014

20:29 Uhr

Musterdepots

Mit Schwellenländern zur Rendite

Um im Umfeld der Niedrigzinsen Rendite zu erzielen, verfolgen unsere Experten ganz unterschiedliche Strategien. Vielversprechend scheinen Anleihen von Schwellenländern – und Sprintzertifikate mit Turboschalter.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Für unser Depot haben wir Anfang Juli einen börsengehandelten Fonds erworben, der in Anleihen von Schwellenländern investiert. Seit Kauf beträgt der Kurszuwachs knapp sechs Prozent. Hintergrund für diese positive Wertentwicklung ist einerseits die aktuelle Stärke des US-Dollars, da die im Fonds gehaltenen Anleihen in US-Dollar denominiert sind.

Andererseits halten die Kapitalzuflüsse aus den Industrieländern in die Schwellenländer weiter an, nachdem es im Jahr 2013 mit der Ankündigung einer restriktiveren Geldpolitik seitens der US-Notenbank zu deutlichen Kapitalabflüssen gekommen war. Die fünf größten Länderpositionen im Fonds sind derzeit die Türkei, Mexiko, die Philippinen, Indonesien und Brasilien.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Kumuliert beträgt die Gewichtung dieser fünf Länder aktuell nur 27,5 Prozent, so dass der Fonds insgesamt sehr stark diversifiziert ist. Die aktuelle Rendite der gehaltenen Anleihen liegt bei 5,15 Prozent, bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 11,6 Jahren. Wir halten diese lange Laufzeit trotz des Niedrigzinsumfelds für gerechtfertigt, da die hohe globale Staatsverschuldung und niedrige Inflationsraten gegen deutlich steigende Zinsen sprechen.

Die größte Einzelposition des Fonds stellt eine Staatsanleihe aus Russland dar. Der Anteil russischer Anleihen insgesamt liegt bei etwa 5,3 Prozent. Im Zuge der Ukraine-Krise sowie der EU-Sanktionspolitik gegen Russland haben diese Anleihen deutlich gelitten und mussten Kurseinbußen von über zehn Prozent hinnehmen. Da eine Entspannung in dieser Krise noch nicht absehbar ist, halten wir Engagements in Russland sowohl in Form von Anleihen als auch von Aktien derzeit für verfrüht. Im Schwellenländerfonds tolerieren wir diese Investments aufgrund der relativ geringen Gewichtung.

Kommentare (1)

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Herr Dr. Peter Lustig

30.10.2014, 20:29 Uhr

Der eine "Profi" ist im Minus, der andere nur Dank ETFs im Plus. Der "Amateur" hat ausschließlich Derivateschrott der Anzeigenkunden und liegt vorne.

Wird diese Rubrik auch im Crashfall weitergeführt? Wäre für mich spannender.

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