Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.05.2014

13:40 Uhr

Musterdepots

Molltöne überwiegen

Den Kursrutsch der verangenen Woche begündeten Börsianer vor allem mit dem mauen Wachstum im Euro-Raum und schwachen US-Nebenwerten. Daniel Hupfer macht sich allerdings um eine andere Region Sorgen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Am Donnerstag ist es sowohl an den europäischen Aktien- als auch an den Rentenmärkten zu spürbaren Verwerfungen gekommen. Sowohl die südeuropäischen Aktien- wie auch Rentenmärkte wiesen eine substantiell schlechtere Wertentwicklung auf als die deutschen Aktien- und Rentenmärkte. Damit wurden wieder Erinnerungen an die Euro-Krise wach – auch vor etwa zwei Jahren war es zeitweise zu einer massiven Entkopplung der Kapitalmärkte in der Eurozone gekommen.

Auslöser für die aktuelle Entwicklung waren vermutlich die schlechter als erwartet ausgefallenen BIP-Wachstumszahlen in Südeuropa, während Deutschland zuvor mit guten BIP-Wachstumszahlen für das erste Quartal eher positiv überrascht hatte. Viele Investoren stehen offensichtlich dem konjunkturellen Aufschwung in der europäischen Peripherie immer noch skeptisch gegenüber und sahen sich durch die eher schwachen BIP-Zahlen für Italien, Frankreich und Portugal in ihrer negativen Einschätzung bestätigt.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Es stellt sich aber aus unserer Sicht die Frage, ob es tatsächlich einen belastbaren Grund gibt, die Entwicklung in der Euro-Zone mit den nun vorliegenden Zahlen substanziell anders als zuvor einzuschätzen. Wir bleiben daher bei unserer Einschätzung, dass sich die Eurozone insgesamt nach wie vor in einem konjunkturellen Aufschwung befindet, der allerdings vor dem Hintergrund einer gebremsten Kreditvergabe keine starke Dynamik entfaltet.

Die EZB wird die jüngsten Zahlen mit hoher Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen haben und ihre Schlüsse daraus ziehen. Diese könnten darin bestehen, lange Zeit auf sehr niedrige und unter Umständen noch fallende Leitzinsen zu setzen und zudem unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Für die Märkte wäre eine solche Entwicklung eher ein positives Signal, weshalb wir auch nach wie vor keine substantielle Änderung an unserer taktischen Ausrichtung vornehmen.

Mehr „Sorgen“ als Europa machen uns derzeit die Schwellenländer. Hier warten wir schon seit längerer Zeit auf eine konjunkturelle Bodenbildung, können diese aber nach wie vor nicht erkennen. Da zudem der Welthandel nicht mehr so stark wächst wie vor der Rezession 2008/2009 und in den Bric-Ländern in vielen Fällen die Molltöne noch überwiegen, sind wir auf der Aktienseite eher noch vorsichtig, während Staatsanleihen der Bric-Länder zumindest bei relativer Betrachtung zu anderen Rentenmärkten wieder vergleichsweise attraktiv erscheinen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×