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21.09.2015

17:05 Uhr

Musterdepots

Musterdepot-Aktien in Sippenhaft

Obwohl Autozulieferer Valeo und Branchendienstleiter Bertrandt nichts mit den Abgasmanipulationen von Volkswagen zu tun haben, geraten die Portfolio-Titel unter Druck.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Vorzugsaktien von Volkswagen sind regelrecht abgestürzt. Nach dem Bekanntwerden von Abgas-Manipulationen in den USA droht dem Unternehmen eine Strafe von bis zu 18 Milliarden US-Dollar. Die Aktien verloren zeitweise mehr als 22 Prozent an Wert.

Neben dem Kurssturz erleidet Volkswagen damit aber auch einen enormen Imageverlust. Die Neuwagenverkäufe in den USA sollten vor diesem Hintergrund deutlich zurückgehen. Seit dem Höchstkurs am 17. März 2015 von 262,45 Euro haben sich die Vorzugsaktien mittlerweile halbiert. Dies spiegelt sich auch in den Bewertungskennziffern wider.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

So liegt das Kurs/Buchwert-Verhältnis nur noch bei 0,64 und das Kurs/Gewinn-Verhältnis bei sechs. Damit sind die Aktien nicht nur im historischen Kontext, sondern auch im Sektorvergleich sehr günstig. Für eine Investition ist es aus unserer Sicht aber noch zu früh, da wir die Entwicklung des aktuellen Skandals nicht abschätzen können. Vor allem kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass nicht auch andere Absatzmärkte betroffen sind.

Insgesamt kommt der Manipulationsskandal zu einer denkbar ungünstigen Zeit für den europäischen Automobilsektor. So haben die Aktienkurse der Automobilhersteller und Zulieferer in den vergangenen Monaten bereits kräftig an Wert verloren. Hierfür war insbesondere die nachlassende Wirtschaftsdynamik in China verantwortlich. Vor allem für die deutschen Hersteller avancierte China in den vergangenen Jahren zum stärksten Wachstumsmarkt. Wir halten derzeit Aktien von Valeo und Bertrandt. Beide Unternehmen sind vom aktuellen Skandal nicht betroffen, leiden aber unter der insgesamt schlechten Stimmung.

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