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05.01.2017

18:21 Uhr

Musterdepots

Nachhaltigkeit lohnt sich

Für den Musterdepotstrategen Sönke Niefünd sind nachhaltige Investments keine homogene Anlageklasse, sondern eine Anlagephilosophie. Die könne auch in punkto Rendite mit herkömmlichen Anlageklassen mithalten.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtDem anhaltenden Optimismus der meisten Experten für den Dax sollten Anleger kritisch begegnen. Den jüngsten Umfragen zufolge erwarten sie im Schnitt, dass der deutsche Leitindex auch im neunten Jahr der Börsenhausse weiter zulegen wird. 29 kürzlich vom Handelsblatt befragte Banken gaben beispielsweise einen Dax-Endstand für 2017 von durchschnittlich 11.724 Punkten an.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Allerdings: In den vergangenen 20 Jahren ist es den Experten noch nie gelungen, rechtzeitig das Ende eines Aufwärtszyklus zu erkennen. Das geht aus einer aktuellen Studie der Vermögensberatung Sutor Bank hervor. Demnach fallen im Durchschnitt nahezu alle Erwartungen für die Dax-Entwicklung des jeweils anstehenden Jahres positiv aus.

Im Schnitt rechneten Fachleute laut der Studie Jahr für Jahr mit einen um rund 8,6 Prozent steigenden Dax. Selbst in den Crash-Jahren 2002 und 2008, als der Dax jeweils um mehr als 40 Prozent einbrach, prognostizierten die Experten im Mittel knapp elf beziehungsweise rund sieben Prozent höhere Indexnotierungen.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

06.01.2017, 16:07 Uhr

Zu meiner Freude befassen Sie sich erstmals kritisch mit den DAX-Prognosen der Banken. Erlauben Sie mir dazu einige Bemerkungen.

Mein erster Punkt ist die Frage, ob der Blick in die Zukunft "nach bestem Wissen und Gewissen" oder aber "interessengetrieben" erfolgt. Als Beispiel für diesen Zielkomflikt darf ein Gebrauchtwagenhändler dienen. Jeder weiß, dass er vom Verkauf seiner Autos lebt, dass der Verkauf seine Lebensgrundlage ist. Deshalb ist jedem bekannt, dass er die Mängel seiner Fahrzeuge verschweigt und nur die Vorzüge herausstreicht. Doch zurück zu den Banken. Auch sie haben ein Verkaufsinteresse. Sie wollen Aktien, Aktienfonds, Mischfonds und ETFs an den Mann bringen. Falls sie insgeheim mit Wertverlusten rechnen, verschweigen sie dies. Alle Prognosen erwarten erwarten stets einen deutlichen Wertzuwachs.

In der Regel in einer Größenordnung von etwa 10 %. Das ist das Strickmuster aller Prognosen. Dass gelegentlich die eine oder andere Bank davon etwas abweicht, ist die Ausnahme von der Regel.

Lassen Sie mich zum Schluß zu Ihrer Umfrage bei 29 Banken kommen. Sie erwarten im Mittel für das Jahresende 2017 einen DAX-Stand von 11 724 Punkten. Schön und gut.

Aber sie dürfen die Vorhersagen nicht fehlinterpretieren. Grundfalsch wäre zu meinen, sie wären am 30. 12. 2016 beim damaligen DAX-Stand von 11 481 Punkten erstellt worden. Eine solche Fehlinterpretation führt zu dem Irrglauben, die Banken würden für 2017 nur einen DAX-Anstieg von 2,1 % erwarten (Auslaufen der Aktienhausse).


Weit gefehlt. Tatsächlich werden die Prognosen bereits im November erstellt. Als mittleren Erstellungstermin nehme ich einmal den 1. 12. 2016 an. Damals stand der DAX bei 10 534 Punkten. Ein Anstieg auf 11 724 Punkten bis Jahresende 2017 bedeutet, das für 13 Monate ein Plus von 11,3 % erwartet wird. Umgerechnet auf 12 Monate, sind dies 10,4 %.

Damit sind wir wieder bei der seit Jahrzehnten üblichen Größenordnung der Bank-Prognosen. Also auch dieses Jahr "business as usual".

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