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22.09.2015

21:00 Uhr

Musterdepots

Nachrichten sind kein guter Anlage-Ratgeber

Negative Schlagzeilen über Firmen sowie schlechte Marktstimmung sollten nicht überbewertet werden. Vielmehr hilft ein Blick auf Konjunkturdaten und Unternehmensgewinne, um derzeit das eigene Depot auszurichten.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Stimmung an den Aktienmärkten ist derzeit weiter angeschlagen. Vor allem die negativen Schlagzeilen dominieren das Marktgeschehen und sorgen für Kursrückgänge auf breiter Basis. Neben der US-Zinserhöhung und der nachlassenden Konjunkturdynamik in China sind es mittlerweile sogar Unternehmensschlagzeilen wie der Abgas-Skandal von Volkswagen, die auf die Stimmung der Marktteilnehmer drücken. Wir versuchen uns bei der Bestimmung unserer Anlagestrategie nicht allzu sehr von der allgemeinen Stimmungslage beeinflussen zu lassen, denn historisch gesehen war das Sentiment und die Nachrichtenlage der Medien kein guter Ratgeber.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Vielmehr beobachten wir, insbesondere in diesen Zeiten, fundamentale Daten, wie die globale Konjunkturentwicklung, Inflationstendenzen und die Entwicklung von Unternehmensgewinnen. Diese Analyse ergibt zwar derzeit kein uneingeschränkt positives Bild, allerdings lassen sich damit die deutlichen Kursrückgänge nur schwer erklären, so dass die Stimmung derzeit schlechter scheint, als die Lage es tatsächlich ist.

In unserem Depot liegt die Aktienquote derzeit bei etwa 57 Prozent und damit deutlich geringer als noch vor einigen Monaten. Dies spiegelt unsere konstruktive, aber nicht mehr uneingeschränkt positive Meinung zum Aktienmarkt wider. Aktuell erinnert die derzeitige Situation an das Jahr 2011, auch damals gaben die Kurse nach einem guten Start ins Jahr in den Sommermonaten immer stärker nach. Als die Stimmung im September 2011 den Tiefpunkt erreicht und der Dax über 30 Prozent abgegeben hatte, setzte eine deutliche Erholung ein. Auch wenn die Parallelen gegeben sind, wird es keine Blaupause für das aktuelle Jahr sein. Allerdings war die Stimmungslage im September 2011 ähnlich schlecht wie in diesen Tagen, was die Hoffnung auf eine bevorstehende Bodenbildung steigen lässt.

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