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05.03.2017

20:00 Uhr

Musterdepots

Neustart beim Redaktionsdepot

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Neues gibt es beim Redaktionsdepot: Georgios Kokologiannis gibt ab, Ulf Sommer übernimmt.

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Ulf Sommer, Handelsblatt

Seitdem Donald Trump die USA regiert, steigen die Börsen. Wir folgen dem Trend und starten mit dem Kauf eines soliden Dax-Wertes. Dieser profitiert von steigenden Zinsen, wie sie in den USA Realität sind. Die Aktie ist an der Börse gemessen am Konzerngewinn niedrig bewertet. Das Unternehmen kündigte Aktienrückkäufe von bis zu drei Milliarden Euro an, was das Angebot verknappt und den Gewinn je Aktie treibt.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Schließlich erhöhen die Münchener ihre Dividende: aus ihr errechnet sich eine üppige Rendite von 4,6 Prozent. Die Wahl fällt auf den Versicherer Allianz.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Beim von der Handelsblatt-Redaktion angekündigten Re-Start der Musterdepots führen wir einige Anpassungen durch. Beim Aktienkernportfolio werden Kingfisher, Kesko und Telecom Italia verkauft. Der spanische Telekomkonzern Telefonica, der französische Einzelhändler Casino Guichard Perrachon und der deutsche Versorger Eon werden ins Portfolio neu aufgenommen. Die neuen Depotmitglieder weisen derzeit ein attraktiveres Profil auf, das eine Kombination aus Bewertungskennzahlen und der Relativen Stärke darstellt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Beim wikifolio-Block tauschen wir das „Dogs of the Dow Low Five“ gegen das „ROGO US Value“ wikifolio von Paul Rogojan aus. Der Fokus vom neuen wikifolio liegt auf unterbewerteten US-Aktien. Mit 25-30 Titeln ist das Portfolio gut diversifiziert und konnte in den letzten Monaten und Jahren einen guten Track Record verzeichnen. Unter dem Strich bleiben wir unserer langfristigen Anlagestrategie treu. Wir sind in der Regel beinahe voll investiert und versuchen unterbewertete, vielversprechende Titel bzw. wikifolio-Strategien auszupicken.  

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

In unserem Musterdepot halten wir die Roche Holding, deren seit Jahrzehnten konstante Dividendenpolitik mit jeweils jährlicher Erhöhung wir Ende Februar bereits erläutert hatten. Aktuell gibt es eine Studie zum Brustkrebsmedikament Perjeta, deren positive Ergebnisse den Börsenkurs der Roche Holding am vergangenen Donnerstag auf 247,50 Euro trieb – ein Anstieg über sechs Prozent. Wir bleiben hier mit Kursziel CHF 277 (EUR 260) exDividende investiert. Am 16. März erwarten wir die Dividende in Höhe von CHF 8,20 (Dividendenrendite nach Kursanstieg 3,13 Prozent), zudem sind die Nachhaltigkeitskriterien von Roche weiterhin sehr überzeugend.

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Darüber hinaus dürfte das Unternehmen bei möglichen Konsolidierungen innerhalb der Pharmabranche jeweils eine führende Rolle einnehmen. Die Investitionen von Roche in Forschung und Entwicklung, um das Resultat auslaufender Patente bei „blockbustern“ durch neue Medikamente (und Konkurrenz durch Generika) abzufedern, zahlen sich dabei aus – wie aktuell zu beobachten, wenn  Herceptin (Patentauslauf in 2018) durch Perjeta ersetzt und ergänzt werden kann. Wir sehen durchaus Kurspotential für Roche Holding auch über 2017 hinaus, positionieren uns jedoch zunächst mit Blick auf das genannte Kursziel.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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