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13.09.2016

19:03 Uhr

Musterdepots

Nicht auf US-Notenbanker hören!

Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis beschäftigt sich mit den widersprüchlichen Aussagen einzelner Vertreter der US-Notenbank Fed vor der anstehenden Zinssitzung. Die Musterdepots im Überblick.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtAnleger sind gut beraten, am besten sämtliche Wortmeldungen aus dem Umfeld der US-Notenbank Fed vor einer anstehenden Zinssitzung konsequent zu ignorieren. Ob gewollt oder nicht: Die widersprüchlichen Äußerungen einzelner Fed-Vertreter sorgen unterm Strich nur für Konfusion an den Märkten – statt tatsächlich Hinweise auf den geldpolitischen Fahrplan der weltweit bedeutendsten Notenbank zu geben.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

So wie zuletzt: Am Freitag deutete ein Fed-Direktor eine straffere Geldpolitik an, die Aktienkurse brachen ein. Anfang dieser Woche signalisierte eine Fed-Gouvernerin dann das Gegenteil – und die Wall Street vollzog eine 180-Grad-Wende. Wer kurzfristig versucht, seine Anlagestrategie an dem Hü und Hott der US-Zentralbank unter der Ägide von Fed-Chefin Janett Yellen auszurichten, verliert im Zweifel nur Geld.

Ob hinter diesem chaotischen Kommunikationsverhalten Kalkül oder schlicht Unvermögen der Verantwortlichen steckt, werden Anleger wohl nie erfahren. Klarheit über die weitere Zinspolitik und weniger Nervosität an den Börsen wird so jedenfalls nicht geschaffen. Investoren bleibt nichts anderes übrig, als sich verlässlichere Erkenntnisquellen zu suchen - und danach zu entscheiden wie sie sich bis zum nächsten Fed-Zinsentscheid am 21.September positionieren möchten.

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