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12.07.2015

12:59 Uhr

Musterdepots

Nicht nur Chinas Börsen treten auf die Bremse

In China hat sich das Wachstum des Pkw-Marktes merklich verlangsamt. Das könnte empfindliche Folgen für die deutschen Autobauer haben, die dort stark engagiert sind, weiß Musterdepot-Stratege Daniel Hupfer.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

In China wurden am Freitagmorgen die PKW-Absatzzahlen für den Monat Juni bekannt gegeben. Mit einem Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich die Wachstumsverlangsamung weiter fortgesetzt. Vor diesem Hintergrund reduzierte der chinesische Automobilverband seine Wachstumsprognose für den inländischen PKW-Markt von sieben auf nunmehr drei Prozent für das Jahr 2015. Die deutschen Automobilhersteller, die in den vergangenen Jahren zunehmend ihre Produktion und Absätze in China gesteigert haben, sind von dieser negativen Tendenz stark betroffen.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Aufgrund von positiven Wechselkurseffekten sollten die anstehenden Quartalszahlen allerdings noch sehr ordentlich ausfallen. Im weiteren Jahresverlauf könnten sich die schwächeren Absatzzahlen in China aber zunehmend negativ bemerkbar machen. Beim Blick auf die Aktienkursentwicklung zeigt sich bereits jetzt, dass sich das Sentiment für die deutschen Automobilbauer verschlechtert hat.

Wir haben vor diesem Hintergrund unsere Position in Volkswagen-Aktien verkauft. Nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen bereits kräftig verloren hat, sichern wir mit dem Verkauf einen Gewinn in Höhe von etwa neun Prozent. Wir halten das Unternehmen nach wie vor für qualitativ hochwertig und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,4 auch für günstig bewertet. Wir wollen dennoch in der aktuell unsicheren Phase hinsichtlich des chinesischen Wachstums unser Exposure im Bereich Automobilbau, zumindest temporär, verringern.

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