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19.12.2016

20:55 Uhr

Musterdepots

Null Prozent Kurspotenzial 2017

Die Musterdepotstrategen beschäftigen sich mit dem kommenden Aktienjahr und den Prognosen der Analysten. Dabei geben die Experten den großen Aktienindizes in Europa wenig Chancen, dass es 2017 zu einer Rally kommt.

Sönke Niefünd

Sönke Niefünd

Sönke Niefünd

Große Schwankungen bei Aktien und Anleihen erwartet: Volatilität ist 2017 die Normalität

In mehreren Ländern Europas stehen Wahlen an und Donald Trump tritt sein Amt als US-Präsident an. Im 1. Halbjahr 2017 dürfte es an den Kapitalmärkten zu großen Schwankungen kommen. Wir erwarten, dass der Dax am Jahresende 2017 in einer Bandbreite von 11.300 bis 11.500 Punkten liegen könnte. In 2017 schlagen die Aktien (wieder) die Anleihen, denn auch am Rentenmarkt erwarten wir aufgrund der divergenten Geldpolitiken der Notenbanken eine erhöhte Volatilität.

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Am Zinsmarkt ist in den letzten Wochen ein Anstieg zu verzeichnen. Spannend wird sein, ob der Markt die Vorgabe der EZB akzeptiert oder einen eigenen Weg geht. Die EZB verhält sich ruhig – Zinsschritte der Zentralbank sind nicht angekündigt und auch nicht zu erwarten. Die Zeit, in Europa von einer Zinswende zu sprechen, ist aus unserer Sicht für 2017 noch nicht gekommen, ansonsten würde eine europäische Staatsschuldenkrise wieder aufflammen.

Der Anleihen-Primärmarkt: Rekordjahr klingt nun langsam aus

Das Emissions-Rekordjahr neigt sich merklich dem Ende zu, trotz der grundsätzlich positiven Marktstimmung sind keine relevanten Neuemissionen zu verzeichnen. Für 2017 erwarten wir erneut rege Primärmarktaktivitäten. Ausgehend von einem höheren Fälligkeitenvolumen dürften die in 2016 treibenden Faktoren und hier insbesondere die anhaltend günstigen Refinanzierungskonditionen, die relative Zinsattraktivität des Euroraums sowie Übernahmefinanzierungen auch im kommenden Jahr wirken.

Der erhöhten Volatilität in 2017 begegnen wir mit einer strategischen, langfristigen Anlagestrategie, gepaart mit Stock- und Bondpicking.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

20.12.2016, 12:13 Uhr

Ihre Überschrift lautet "Null Prozent Kurspotential 2017" Ein Fragezeichen oder Gänsefüßchen haben Sie nicht gesetzt. Sie übernehmen offensichtlich die Prognosen einiger "Aktienstrategen" in Bankhäusern. Unkritisch. Nichts wird hinterfragt. Als ob nicht jede Prognose auf einer Reihe von Annahmen ("Prämissen") beruhen würde.

Ich kann mich mit Ihrer Sichtweise nicht anfreunden. Vor wenigen Monaten (Brexit, Trump-Wahl) hat sich die ganze Zunft wieder einmal bis auf die Knochen blamiert. Plus und Minus verwechselt. Macht nichts. Man setzt einfach neue Prognosen in die Welt.

So verfuhren die Banken auch in den letzten 20 Jahren. Dass eine Prognose der Realität nahe kam, war ein seltener Glücksfall. Deshalb habe ich mir angewöhnt, die Prognosen der Banken als Kontraindikator anzusehen. Was die "Strategen" vorhersagen, wird ganz sicher nicht eintreten.

Einige Sorgen bereitet mir, dass die Prognostiker der Geldhäuser entgegen ihrer langjährigen Gewohnheit keine Kursgewinne bei Aktien vorhersagen. Ja was ist denn los in den Bankhäusern? Ist vielleicht die Vogelgrippe ausgebrochen? Oder der Rinderwahn?

Was bleibt ist die Frage nach meiner eigenen Sichtweise. Der Astronom Newton schreibt: "Ich kann zwar die Bahn der Gestirne auf Zentimeter und Sekunde berechnen, aber nicht, wohin eine verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann".

Einverstanden? Oder sind Handelsblatt-Redakteure klüger als Newton?

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