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05.01.2015

15:15 Uhr

Musterdepots

Nur nicht die Nerven verlieren

Aktien zu teuer kaufen und panisch verkaufen - vor diesem Fehler warnen unsere Autoren die Anleger. Sie halten lieber einen hohen Aktienanteil im Depot und spekulieren auf steigende Ölpreise. Geduld lautet die Devise.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Der Portfoliomanager Holger Degener hat einen Jahreskommentar für sein „Dividende und Eigenkapital Deutschland“-wikifolio (WKN: LS9AKT) verfasst. Mit der Jahresperformance von rund 17 Prozent, die deutlich über der DAX- oder EuroStoxx 50 – Jahresrendite liegt, sei Herr Degener sehr zufrieden, heißt es in dem Kommentar. Zu seinen besten Investments gehörten die Aktien von IVU (+73 Prozent), KPS (+34 Prozent), Innotec (+29 Prozent), Washtec (+28 Prozent) und Freenet (+17 Prozent).

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Als Fehlinvestitionen werden vom wikifolio-Manager die Beteiligungen an Marseille Kliniken und SKW Stahl bezeichnet. Herr Degener weist darauf hin, dass sich viele Anleger im Laufe des Jahres ziemlich irrational verhalten haben: Sie seien zu Höchstkursen eingestiegen und dann bei einer Korrektur ausgestiegen. Dies war auch am ins wikifolio investierten Volumen zu beobachten. Während Mitte des Jahres das wikifolio immer neue All-Zeit-Hochs erreicht hatte und rund acht Mio. Euro einsammeln konnte, betrug sein Volumen nach einigen volatilen Monaten am Ende des Jahres etwa 4,3 Millionen Euro.

Aus unserer eigenen Erfahrung können wir ergänzen, dass dies eigentlich der größte Fehler bei Aktieninvestments ist, den die Privatanleger aber bedauerlicherweise sehr oft begehen. Die Erstinvestitionen bei bereits gut gelaufenen Märkten mit anschließenden Panikverkäufen im Laufe der Korrekturen führen dazu, dass ein durchschnittlicher Privatanleger eine deutlich schlechtere langfristige Rendite als ein durchschnittlicher Aktienfonds oder ein Aktienindex erzielt. Unsere Empfehlung lautet dementsprechend: auf unterbewertete Unternehmen mit einem gutem Geschäftsmodell setzen und langfristig investiert bleiben, ohne die Nerven bei immer wieder kommenden Korrekturen zu verlieren.

Kommentare (1)

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Celo Abdi

06.01.2015, 20:33 Uhr

Hallo Herr Kokologiannis,

könnten Sie etwas darüber sagen, wie Sie den hohen Cashbestand in den kommenden Wochen anlegen wollen. Gehen Sie weiter von der Range 8500-10500 aus?

Danke & beste Grüße
CA

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