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18.12.2014

10:16 Uhr

Musterdepots

Ölpreis fällt, Rendite steigt

Wetten auf den weiteren Verlauf des Öl-Preises sind nur etwas für Spekulanten? Falsch gedacht! Selbst defensiv ausgerichtete Porfolios greifen zu dieser Anlageoption. Auch unsere Musterdepots-Experten werden nun aktiv.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Der massive Preiseinbruch von Erdöl lenkt mittlerweile nicht nur das Interesse spekulativ orientierter Investoren auf sich. Auch für eher defensiv ausgerichtete Portfolios wird der Rohstoff zur Anlageoption.

So hat nun auch die DZ Bank ihrem vielbeachteten Musterdepot ein Öl-Investment beigemischt: Ein Zehntel des Gesamtkapitals setzen die Strategen des Finanzinstituts auf ein spezielles Zertifikat, das sich auf die Preisentwicklung von Öl der Nordsee-Sorte Brent bezieht. Finanziert wird der Kauf, indem die DZ-Banker den Anteil an europäischen Staatsanleihen reduzieren.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auch im Handelsblatt-Depot befindet sich seit kurzem ein geringer Anteil an Öl-Zertifikaten, den ich in den kommenden Tagen deutlich erhöhen werde, falls die Notierungen noch etwas weiter nachgeben. Aus ähnlichen Gründen wie die Experten der DZ-Bank halte ich den Preiskollaps um fast 50 Prozent seit Juni inzwischen für deutlich übertrieben.

Die Analysten bezweifeln, ob sich die wichtigsten Rahmenbedingungen für die Preisentwicklung bei Rohöl in den vergangenen Wochen derart geändert haben, das sie die Größenordnung des aktuellen Preisverfalls rechtfertigen. So sei etwa die (geo-)politische Situation in einigen wichtigen Förderländern nicht so entspannt, wie es der Preisverfall signalisiert.

Des Weiteren könne die Argumentation, dass der Ölpreis abrutscht, weil sich die Weltkonjunktur abschwächt, „schnell selbst negieren“ –  denn der Ölpreisverfall dürfe nennenswerte konjunkturelle Schubkraft erzeugen. Was ebenfalls für wieder anziehende Notierungen spreche: China habe in den vergangenen Jahren regelmäßig die Ordermengen erhöht, wenn die Rohstoffpreise auf temporäre Tauchfahrt gingen.

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