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22.01.2016

15:46 Uhr

Musterdepots

Positionen aufstocken

Der Dax übertreibt, findet unser Autor. In solchen Zeiten kann es deshalb nur Positionen aufstocken heißen. Mit einer Kaufen-und-Liegenlassen-Strategie werde man 2016 keine nachhaltigen Gewinne erwirtschaften.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Bereits Mitte Januar hat der Dax nicht nur den Wertzuwachs aus 2015 eingebüßt, sondern auch das komplette Plus des Vorjahres. Bis auf 9.314 Punkte ist der Leitindex eingebrochen – und damit deutlich aus der Handelsspanne herausgefallen, die Experten für 2016 im Schnitt prognostiziert haben.

In einer Handelsblatt-Umfrage hatten Ende Dezember 35 Banken im Mittel angegeben, dass der Dax in den kommenden zwölf Monaten höchstens bis auf 9.710 Zähler abrutscht. Nur etwa jedes sechste Institut hat damit gerechnet, dass ein Rückfall bis auf das nun erreichte Jahrestief möglich ist. Mit diesem Kurssturz hat sich der Dax fundamental betrachtet wieder in einen Übertreibungsbereich hineinbewegt – diesmal Richtung Süden. Unter dem Strich schwankt befindet sich der Dax mittlerweile seit mehr als zwei Jahren in einer extrem volatilen Seitwärtsbewegung.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Nachhaltig Geld verdienen lässt sich in so einer Marktphase nur mit speziellen Anlageinstrumenten - oder aktivem Portfoliomanagement. Konkret: in Euphoriephasen an der Börse die Investitionsquote zurückfahren. Fundamental betrachtet sehe ich auf den Dax bezogen diesen Bereich - wie schon seit Anfang 2014 immer wieder erläutert - oberhalb von etwa 10.700 Punkten.

Übertreibt es der Leitindex nach unten wie derzeit, dann heißt es dagegen: Positionen aufstocken. Hier beginnt der entsprechende Bereich meinen Berechnungen zufolge etwa tausend Punkte tiefer bei rund 9.700 Zählern. Auch 2016 werden Anleger mit simplem „Kaufen und Liegenlassen“ erneut keine nachhaltigen Gewinne an den Anlagemärkten erwirtschaften: Im Spannungsfeld aus dem Ende der ultraexpansiven Geldpolitik in den USA und politischen Krisenherden einerseits sowie der Hoffnung auf neue Marktmanipulationen durch die Europäische Zentralbank (EZB) andererseits wird die Nervosität an den Börsen bis auf weiteres eher weiter zu– als abnehmen.

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