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10.12.2014

21:15 Uhr

Musterdepots

Quo vadis Öl-Papiere?

Der Ölpreisverfall ist für einige Unternehmen existenzbedrohend. Sollten die Anleger ihre Anteile an den Rohstofffirmen deshalb verkaufen? Ein Musterdepot-Experte hat eine klare Antwort darauf.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die letzten Monate waren für die meisten Öl- und Gas-Unternehmen alles andere als einfach. Der Marktpreis für Rohöl ist seit Juni um rund 40 Prozent gefallen, dementsprechend haben auch die Marktkapitalisierungen der Firmen stark gelitten. So haben beispielweise unsere Aktienkernportfolio-Mitglieder Eni und OMV seit Juni circa 30 beziehungsweise 35 Prozent verloren.

Die beiden Positionen sind allerdings moderat gewichtet und machen aktuell zusammen rund 5,3 Prozent des Gesamtportfolios aus. Ein weiterer Vertreter der Öl- und Gas-Branche Neste Oil konnte im gleichen Zeitraum deutlich zulegen, dieses Unternehmen hat aber einen anderen Geschäftsfokus, nämlich die Ölverarbeitung, alternative Energiequellen sowie die Vermarktung unterschiedlicher Ölprodukte. Stellt der dramatische Verfall des Ölpreises einen guten Grund dar, sich von Ölaktien zu trennen?

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

In Bezug auf unsere Investments beziehungsweise auf andere hochqualitative Öl-Blue Chips ist die Antwort unseres Erachtens ein klares Nein. Zum einen sind die Unternehmen aus der Energiebranche derzeit extrem günstig bewertet. Laut unserer letzten Analyse gehören im Rahmen des STOXX 600 Universums zwölf Aktien aus dem Öl- und Gas-Sektor zu den 50 am meisten unterbewerteten Unternehmen und zwei zu den ersten fünf.

Natürlich hängt dies mit den starken Kursrückgängen der vergangenen Wochen zusammen. Viele Firmen sind aber trotzdem deutlich mehr Wert als die aktuellen Börsennotierungen es widerspiegeln – trotz dem billigen Öl! Die großen Konzerne wie zum Beispiel Eni, Total, Royal Dutch Shell oder OMV werden auch mit aktuellen Preisniveaus klarkommen und profitabel bleiben.

Dies wurde etwa vom Eni Chef Claudio Descalzi am Mittwoch bestätigt. Sein Unternehmen verfüge über genügend Flexibilität, auf die Herausforderungen zu reagieren. Man sei nicht besonders aufgeregt oder gar panisch in Bezug auf den aktuellen Preiseinbruch, so der Eni Chef. Gleichzeitig können die Öl-Titel aktuell zu den sehr günstigen Preisen erworben werden. Es gehört zum Value-Ansatz, in unbeliebte Aktien bzw. Branchen zu investieren. Für die Papiere der Energieunternehmen sprechen darüber hinaus die überdurchschnittlichen Dividendenrenditen.         

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