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20.01.2016

16:21 Uhr

Musterdepots

Rein oder raus?

Der Ölpreis-Absturz lässt Anleger aus Aktien flüchten. Das öffnet die interessante Chance für einen günstigen Markteinstieg. Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis wägt ab, was dafür spricht – und was dagegen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Der anhaltende Absturz der Ölpreise hat Dax & Co. auf neue Jahrestiefs einbrechen lassen. Ich halte konsequent an meiner Strategie fest, solche Übertreibungsphasen an den Bösen für Anpassungen meiner Investitionsquote zu nutzen – und erhöhe daher erneut den Aktienanteil. Zugekauft wurden weitere Sprintzertifikate, die sich auf den Euro Stoxx 50 beziehen (WKN: CW7CXY).

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Erholt sich der Euroland-Leitindex bis September, profitieren die zugekauften Hebelpapiere überproportional davon: Zwischen 3.100 und 3.400 Zählern münzen sie Kursgewinne doppelt in Depotrendite um. Im Gegenzug für die überproportionalen Ertragschancen innerhalb der Kursspanne wird das Portfolio bei einem Euro-Stoxx-Anstieg über 3.400 Punkte nicht an weiteren Gewinnen beteiligt.

Da ich einerseits davon ausgehe, dass sich der europäische Aktienmarkt nach den jüngsten Verlusten dem unteren Ende der in diesem Jahr wahrscheinlichen Schwankungsspanne angenähert hat. Andererseits aber damit rechne, dass die Notierungen bei einer Erholungsbewegung nicht in den Himmel wachsen werden, bilden die Sprintzertifikate meine Marktmeinung derzeit adäquat ab.

Auch Anlageprofis bewerten das inzwischen erreichte Börsenniveau als attraktiv: Sogar von einer „historischen Einstiegschance“ sprechen die Strategen des Vermögensverwalters Aberdeen Asset Management, nachdem die Aktienmärkte in den vergangenen Wochen insgesamt 15,8 Billionen Dollar an Wert eingebüßt haben - und „die günstigste Bewertung seit 2013“ erreicht hätten.

Bei meinem bisherigen Öl-Investment ziehe ich dagegen die Reißleine und verkaufe die Rohstoff-Zertifikate mit einem Minus von mehr als 30 Prozent (WKN: DG6AQ5). Bei dieser kleinen Position, die lediglich als spekulativere Depotbeimischung diente, sehe ich mittlerweile kurzfristig kaum noch Erholungspotenzial.

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