Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.11.2016

18:28 Uhr

Musterdepots

Renzis Schicksalswahl

Die Börse spekuliert über steigende Volatilität, sollte sich Italien beim Referendum für „Nein“ entscheiden – für Depotstrategen Alexander Kovalenko ist das nicht von Bedeutung. Die Musterdepots.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Nach dem Brexit-Referendum im Juni sowie den Präsidentschaftswahlen in den USA vor ein paar Wochen naht das nächste politisches Großereignis – das Referendum über eine Verfassungsänderung in Italien. Ohne tief ins Detail zu gehen, geht es dabei neben den eigentlichen Reformvorschlägen vor allem darum, ob der amtierende Ministerpräsident Matteo Renzi seinen Posten behält – oder ob Neuwahlen drohen.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das umstrittene Verfassungsreformpaket ist eine Initiative von Renzi – und er hat faktisch seine politische Zukunft an das Referendumsergebnis geknüpft. Sollten die Italiener am 4. Dezember „Nein“ sagen, wird Renzi höchstwahrscheinlich zurücktreten. Bei der medialen Landschaft ist nun erneut erhöhte Nervosität zu beobachten, ähnlich wie bei den US-Wahlen. An den Börsen wird über eine steigende Volatilität im Fall einer Niederlage spekuliert.

Dies mag alles passieren, die regelmäßigen Leser der Kommentare wissen jedoch, dass unsere Strategie keine Reaktionen oder Umschichtungen aufgrund politischer Ereignisse vorsieht. Da das primäre Ziel des Musterdepots im langfristigen Vermögensaufbau über Realisierung des Renditepotentials der Anlageklasse Aktien besteht, konzentrieren wir uns auf die Suche von fundamental vielversprechenden Titeln und schenken kurzfristigen Turbulenzen keine Aufmerksamkeit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×