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04.12.2014

22:00 Uhr

Musterdepots

Rheinmetall wird unterschätzt

Alexander Kovalenko sieht bei Rheinmetall weiterhin Potenzial, Daniel Hupfer freut sich über seinen Einstieg bei Infineon und Georgios Kokologiannis warnt vor einer China-Euphorie. Die Handelsblatt-Musterdepots.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Für die Rheinmetall-Aktie waren die letzten Monate nicht einfach. Seit Anfang März hat das Unternehmen rund 40 Prozent seiner Marktkapitalisierung verloren, während der MDax, in dem der Düsseldorfer Konzern gelistet ist, leicht im Plus liegt. Vor allem die Probleme der Rüstungssparte machen dem Unternehmen zu schaffen. Ist die Rheinmetall nun ein hoffnungsloser Fall?

Unseres Erachtens spiegelt die aktuelle Bewertung die Qualität und mittelfristige Perspektiven des Konzerns nicht korrekt wider. Zum einen wird unserer Meinung nach der Automobilzulieferer-Sparte zu wenig Beachtung geschenkt, die für mehr als 50 Prozent des Gesamtkonzernumsatzes verantwortlich und zudem margenstark ist.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Produktpalette ist im Hinblick auf wichtige Trends wie Kraftstoffeffizienz, Emissionsreduzierung und immer kleinere Motoren sehr gut aufgestellt. In der Rüstungssparte musste man zugegebenermaßen deutliche Ertragseinbußen hinnehmen. Darüber hinaus stellt diese einen politisch sensiblen Bereich dar, welcher mit gewisser Unsicherheit einhergeht.

Einige Analysehäuser weisen aber darauf hin, dass die Auftragsbücher gut gefüllt sind und der Konzern einige Kostensenkungsprogramme durchführt. Weitere Revisionen der Gewinnschätzungen seien nicht ausgeschlossen, sollten aber zum großen Teil vom Markt bereits antizipiert und eingepreist sein. Wir sind der Meinung, dass die Rheinmetall-Aktie definitiv mehr Wert ist, als der aktuelle Börsenkurs es darstellt und bleiben investiert.

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