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04.07.2016

17:52 Uhr

Musterdepots

Risiko Italien

Die Bankenkrise in Italien birgt nach Einschätzung des Anlagestrategen Alexander Kovalenko einiges an Gefahrenpotenzial für die Märkte. Das haben viele Anleger offenbar noch nicht erkannt.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

FrankfurtAm Dienstag gerieten die europäischen Aktienmärkte erneut unter Druck. Die Analysten haben dies auf die politischen Unsicherheiten in Großbritannien zurückgeführt. Interessanterweise war der zwischenzeitliche Tagesverlust beim Deutschen Aktienindex Dax und beim europäischen Index Euro Stoxx 50 deutlich ausgeprägter als beim britischen FTSE 100 – ein Phänomen, das bereits am ersten Börsentag nach dem Referendum zu beobachten war.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dem Euro-Anleger hat dies allerdings nicht viel gebracht, denn das britische Pfund hat wieder stark nachgegeben. Zum US-Dollar hat das Pfund sogar ein neues 31-Jahres-Tief erreicht. Zur negativen Stimmung hat außerdem eine Meldung beigetragen, der zufolge das deutsche Bundeskartellamt den Verdacht über illegale Absprachen zwischen der Stahl- und Automobilindustrie prüft.

Volkswagen, Daimler, BMW sowie einige Zulieferer haben die Ermittlungen seitens des Kartellamtes bestätigt. Das negative Tagesbild wurde auch durch die erneuten erheblichen Kursverluste bei den italienischen Banken bestimmt. Die Schuldenproblematik der italienischen Kreditinstitute hat übrigens unseres Erachtens kein geringeres Gefahrenpotenzial als der befürchtete „Brexit“.

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