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07.04.2015

19:50 Uhr

Musterdepots

Risiko wird nur in Aufschwungphasen belohnt

Ohne Risiko keine Rendite. Diese Annahme klingt richtig, ist sie aber nicht. Musterdepot-Autor Daniel Hupfer zeigt in einer Analyse: Nur wer in Aufschwungphasen etwas riskiert, kann mit höheren Profiten rechnen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Für die Steuerung der taktischen Allokation vertrauen wir stark auf fundamentale Daten. Dass dies sinnvoll ist, beweist eine neue Studie von uns. Dort haben wir 5000 Portfolios generiert, die alle eine unterschiedliche Struktur aufweisen, aber in jedem Fall immer in diverse Aktien- und Rentenmärkte investiert waren.

Für jedes dieser Multi-Asset-Portfolios haben wir für den Zeitraum von 2004 bis 2015 die Rendite- und Risikoeigenschaften berechnet, wobei wir die Kennzahlen jeweils separat für Auf- und Abschwungphasen auf Basis unseres eigenen Konjunktur-Indikators erfasst haben.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Analyse der verschiedenen Rendite-Risiko-Kombinationen zeigt, dass Risiko nur in Aufschwungphasen belohnt wird. In Abschwungphasen ist es dagegen angeraten, Risiken zu reduzieren. Der von uns berechnete und genutzte Konjunkturindikator deutet derzeit nach wie vor auf ein konstruktives konjunkturelles Umfeld hin; dementsprechend sind wir nach wie vor vergleichsweise „aggressiv“ aufgestellt und präferieren eine überdurchschnittlich hohe Aktienquote.

Unsere Analysen verdeutlichen aber auch, wie extrem volatil Multi-Asset-Portfolios in Abschwüngen werden können (unsere Berechnungen deuten auf Volatilitäten von 17 Prozent und mehr in diversifizierten Portfolios hin), während selbst extrem risikobehaftete Portfolios in Aufschwungphasen selten mehr als zehn Prozent Volatilität aufweisen. Somit ist auch der empirische Beweis erbracht, dass eine taktische Allokation mit Hilfe konjunkturrelevanter Daten langfristig einen signifikanten Mehrwert liefert.

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