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20.12.2016

21:55 Uhr

Musterdepots

Risikobereitschaft der Anleger steigt

Lange Zeit haben Börsianer vor allem auf vermeintlich risikoarme Aktien gesetzt. Doch nun beobachtet Musterdepotstratege Alexander Kovalenko ein Umdenken. Davon profitiert auch das von ihm geführte Social-Trading-Depot.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

FrankfurtAufgrund diverser Unsicherheiten sowie der Sorgen um die globale Konjunktur waren in den letzten Monaten und Jahren vor allem die Aktien von konjunkturzyklus-resistenten Unternehmen gefragt. Zu diesem Kreis gehören beispielsweise Firmen aus der Lebensmittelbranche und generell aus dem Basiskonsumsektor oder auch etablierte Technologieunternehmen wie Alphabet oder Facebook.

Für eine relative Sicherheit, zumindest im Vergleich zu anderen Dividendenpapieren, waren die Investoren bereit, einen höheren Preis zu zahlen. Die vom Wirtschaftszyklus abhängigen Titel, wie zum Beispiel Autohersteller, Stahlproduzenten oder Energieunternehmen, hatten dagegen eine schwierige Phase gehabt und wurden von den meisten Anlegern vernachlässigt. In der letzten Zeit scheint sich das Blatt jedoch zu drehen und eine höhere Risikobereitschaft der Investoren ist zu beobachten.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Aktien der Ölfirmen, Minenbetreiber oder auch Bankentitel haben eine beeindruckende Rally hingelegt. Während wir die Bankentitel generell meiden, konnte das Musterdepot von der signifikanten Erholung der Öltitel (OMV und ENI), Minenaktien (BHP Billiton und Anglo American) sowie Automobilhersteller / -zulieferer (Peugeot / Michelin) profitieren. Selbst in den schwierigsten Perioden haben wir an unseren Investments im Rohstoffbereich festgehalten und wurden zuletzt dafür belohnt.

Das Abkommen zwischen den ölproduzierenden Ländern führt zu einem steigenden Ölpreis, was in Kombination mit den massiven Kostenreduktionen, welche die Energiekonzerne in den letzten Jahren absolviert haben, ein attraktives Chance-/Risikoprofil für die Branche bildet. Sollte die Nachfrage aus China wieder anziehen und die Investitionsprojekte von Donald Trump realisiert werden, könnten die Rohstoffe generell ein spektakuläres Comeback liefern.

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