Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.07.2015

20:03 Uhr

Musterdepots

Rohstoff-Befürworter sind verstummt

Georgios Kokologiannis wettert gegen Rohstoffexperten. Lange haben sie gebetsmühlenartig die Evidenz von Rohstoffen im Portfolio verbreitet. Doch jetzt wollen die „Experten“ von den Beschwörung nicht mehr wissen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Der Bloomberg Commodities-Index, der die Preisentwicklung von 22 Rohstoffen abbildet, ist Anfang dieser Woche auf ein 13-Jahrestief gefallen. Vereinfacht gesagt, bedeutet dies: Nahezu jeder langfristig orientierte Anleger, der den Lockrufen der Rohstoff-Gurus gefolgt ist, hat in den vergangenen Jahren Geld verloren.

Und Besserung ist nicht in Sicht. Darauf deuten aktuelle Indikatoren des Analysehauses Sentix. Es untersucht die Stimmung der Investoren und zieht daraus Schlüsse für die Entwicklung an den Finanzmärkten. Das sogenannte „Rohstoff-Sentiment“ sei im Juli eingebrochen und notiere auf einem neuen Rekordtief. Nach Einschätzung der Fachleute von Sentix sei bei einem so starken Stimmungsabriss ein antizyklisches Investment noch nicht ratsam.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Professionelle Rohstoff-Befürworter sind inzwischen längst verstummt. Niemand will es gewesen sein, der (Edel-)Metalle, Agrarrohstoffe und Energieträger als nahezu zwingenden Depotbestandteil – auch für Privatanleger – dargestellt hat: Rohstoffe im Portfolio seien schon aus Gründen  der Diversifikation sinnvoll, hieß es noch bis vor kurzem.

Zudem würden Commodities als nicht beliebig reproduzierbarer Sachwert von den geldpolitischen Exzessen der Geldpolitik und den damit einhergehenden Inflationsgefahren profitieren. Ganz zu schweigen von den angeblich bevorstehenden Preisschüben, die Anlagestrategen wegen der weltwirtschaftlichen Erholung prognostiziert hatten. Nichts von alldem hat sich bewahrheitet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×