Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.11.2014

11:15 Uhr

Musterdepots

Russlands schwache Flanken

Auch wenn es Kremlchef Wladimir Putin nicht zugeben möchte: Die westlichen Sanktionen setzen der russischen Wirtschaft gehörig zu. Daniel Hupfer schaut genauer hin und seziert die Schwachpunkte der russischen Ökonomie.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Auch wenn Russlands Präsident Putin immer wieder betont, dass die im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise gegen Russland verhängten Sanktionen sein Land nicht in die Knie zwingen würden, so zeigt sich deren Wirkung aktuell doch sehr deutlich.

Auf der einen Seite wertet die russische Währung so stark ab, dass die Notenbank nach massiven Interventionen es inzwischen aufgegeben hat, den Rubel zu stützen. Auf der anderen Seite führen die hohe Inflation und die damit verbundenen Leitzinserhöhungen der Notenbank dazu, dass sich das Zinsniveau in Russland deutlich erhöht hat.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Zusammen mit einer sehr flachen Zinsstrukturkurve hat so eine Situation schon einige Länder in der Eurozone vor kaum lösbare Probleme gestellt. Vor diesem Hintergrund halten wir Investitionen in russische Aktien und Anleihen für sehr spekulativ und aktuell nicht empfehlenswert..

Weitere Brennpunkte bestehen darin, dass sich russische Unternehmen und auch russische Banken aufgrund der Restriktionen des Westens kaum noch am Kapitalmarkt refinanzieren können und somit bei Liquiditäts- und Verschuldungsproblemen auf die Hilfe des Staates angewiesen sein werden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die letzte Emission von Gazprom, die eine einjährige Anleihe – länger laufende Anleihen sind aufgrund der Restriktionen nicht möglich – in USD nur mit einem sehr hohen Kupon von 4,3% am Kapitalmarkt platzieren konnten. Nimmt man dann noch den immer weiter fallenden Ölpreis hinzu, der die Einnahmenseite Russlands empfindlich trifft, so es ist nicht verwunderlich, dass sich die russische Wirtschaft stark abschwächt. Dies könnte Präsident Putin am Ende doch dazu zwingen, Entspannungssignale an den Westen zu senden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×