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12.01.2016

17:48 Uhr

Musterdepots

Schutz gegen Börsenschocks

Unser Autor erwägt in sein Portfolio mit Hilfe von Optionsscheinen einen Schutz gegen extreme Börseneinbrüche einzubauen. Damit wäre er gegen einen Crash gewappnet - und nimmt dafür eine niedrigere Gesamtrendite in Kauf.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Wegen des hohen Anteils an Wertpapieren, die sich asymmetrisch zu Dax & Co. entwickeln, lässt sich das Risikoprofil des Musterportfolios wie folgt skizzieren: Brechen die Börsenkurse in den kommenden Monaten ausgehend vom aktuellen Stand weiter ein, partizipiert das Portfolio zu rund 75 Prozent an diesen Verlusten. Legen die Notierungen dagegen um bis zu etwa einem Zehntel zu, liegt die Beteiligung daran deutlich höher – bei mehr als 160 Prozent. Dafür ist der Maximalgewinn aber begrenzt.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ich erwäge derzeit mit Hilfe von Optionsscheinen vorübergehend Schutz gegen extreme Börsenschocks einzubauen. Die Kosten um 85 Prozent des Depotkapitals bis Mitte März „vollkasko“ abzusichern, betragen etwa 0,8 Prozent. Sie stellen eine Art Versicherungsprämie dar für den Schutz des Portfolios. Denn die Optionsscheine werden wertlos, wenn ein massiver Börseneinbruch innerhalb der kommenden zwei Monate ausbleibt. Die Wahrscheinlichkeit für einen mehr als 15-prozentigen Crash halte ich zwar für unter dem Strich weiterhin sehr gering – nichtsdestotrotz ist das Risiko zuletzt dennoch merklich gestiegen.

Welchen geopolitischen Sprengstoff und welche langfristigen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft birgt der Ölpreis-Kollaps wirklich? Was wenn die Fed denn richtigen Zeitpunkt für die geldpolitische Straffung vor spätestens einem Jahr verpasst hat - und ihre Zinswende die ohnehin erlahmende Wachstumsdynamik in den USA vollends abwürgt?

Und wie heftig werden die Erschütterungen an den Kapitalmärkten ausfallen, falls Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel doch irgendwann vor einer alternativlosen Entscheidung steht, die in erster Linie sie selbst betrifft?

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