Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.06.2017

07:10 Uhr

Musterdepots

Schwankungen beim Dax zu erwarten

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Ulf Sommer wirft einen Blick auf die Minuszeichen an der Börse.

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt

An der Börse überwogen zuletzt die Minuszeichen: Den rekordhohen Ifo-Index, der auf der regelmäßigen Umfrage unter 7000 deutschen Unternehmen basiert, bewerten Anleger nicht euphorisch, sondern als Signal, dass es künftig eher abwärtsgehen wird. Und den niedrigen Ölpreis beurteilen viele nicht als Preisgeschenk für Unternehmen und Verbraucher, sondern als Indikator für eine sich vielleicht verschlechternde Konjunktur. Ob sich aus den Gewitterwolken, die Helaba-Experte Markus Reinwand diagnostiziert, aber tatsächlich ein Unwetter entwickelt, ist noch offen.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Die gestiegene Inflation hat im ersten Quartal dafür gesorgt, dass die Reallöhne in Deutschland mit 0,6 Prozent schwächer als in den letzten Jahren gewachsen sind. Die höhere Teuerungsrate macht allerdings nicht nur nominale Lohnsteigerungen zunichte. Da die Spareinlagen aktuell keine nennenswerten Zinsen abwerfen, leidet auch das Geldvermögen unter dem Verlust der Kaufkraft. Dabei wird oft vergessen, dass der Zinseszinseffekt nicht nur in die positive, sondern auch, wie bei der Inflation, in die negative Richtung wirkt. Eine Alternative wären langfristige Investitionen in Sachwerte, etwa Aktien.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Die Seitwärtsbewegung am Aktienmarkt setzt sich fort. Rekordhochs wechseln sich mit Verkaufswellen ab. So haben wir es in den USA bei den Technologiewerten gesehen. Achtsam bleiben ist unsere Devise. Der niedrige Volatilitätsindex V-Dax könnte ein Vorbote für fallende Kurse sein. Er notiert nahe seinem Zehnjahrestief. Wir erwarten für die nächsten Monate eine potenzielle Schwankungsbreite von mindestens 900 Punkten im Dax. Das bedeutet, dass die 12.000 Punkte wieder unterschritten, aber auch kurzzeitig die 13.500 Punkte überschritten werden könnten.

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

26.06.2017, 11:20 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

bei Ihren 10 größten Börsenirrtümern ist die Kommentarfunktion defekt. Reden wir deshalb an dieser Stelle einmal über das Börsenrisiko.

Sie erwähnen die Verlustphase von Anfang 2000 bis März 2003, in der der DAX-Anleger 75 % seiner Ersparnisse verlor. Schon wenige Jahre später, von Anfang 2008 bis März 2009, verlor der DAX-Anleger schon wieder 55 % seiner Ersparnisse. Dass man zu anderen Zeiten auch viel Geld verdienen konnte, bestreitet niemand.

Aber der Gesamteindruck ist eben: "Börse ist wie Spielcasino". Wenn man Pech hat, sind die Ersparnisse weg. Wenn man Glück hat, verdient man viel.

Wer hält das eigentlich aus? Wer hält es aus, dass plötzlich und über Nacht die Hälfte oder gar drei Viertel seines Geldes verschwindet? Vielleicht ein paar Besserverdiener, die nur wegen des Nervenkitzels mit ein paar Tausend EURO herumzocken.

Aber wenn es um die Ersparnisse Ihres Arbeitslebens und das Erbe Ihrer Eltern geht? Meine Meinung: Alles Geld auf eine Karte zu setzen, ist eine bodenlose Dummheit. Jeder Vermögensberater wird Ihnen sagen, dass Sie Ihr Geld über verschiedene Anlageklassen streuen müssen. "asset alloction" nennt man das. Schon mal von gehört?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×