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29.10.2015

17:59 Uhr

Musterdepots

Spekulation mit Airbag

Um auf den Ölpreis zu spekulieren, muss man kein aggressiver Anleger sein. Spezielle Ölzertifikate passen auch zu einer defensive Anlagestrategie.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Deutlich aufwärts geht es seit Mitte der Woche mit den Rohölpreisen. Davon profitiert auch das Musterdepot durch spezielle Ölzertifikate (WKN: DG6AQ5). Auslöser sind Spekulationen darüber, dass die US-Notenbank wegen der verhaltenen Konjunkturentwicklung in den USA noch eine ganze Weile ihre Niedrigzinspolitik fortsetzen dürfte. Seit Mittwochnachmittag sind die Öl-Notierungen an der Rohstoffbörse in New York um mehr als sieben Prozent geklettert.

Davor befanden sich die Preise seit Monatsmitte auf Talfahrt. Und Analysten gehen zwar davon aus, dass das Überangebot an Öl weiterhin einen starken Preisanstieg bremsen wird. Doch mein Öl-Investment ist nicht auf steigende Notierungen angewiesen: Die Öl-Bonuszertifikate entwickeln sich schon bei langfristig zumindest stabilen Preisen rentabel.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Noch mehr als sechseinhalb Prozent Gewinn lassen sich mit diesen eher defensiven Anlageinstrumenten in den kommenden fünf Monaten erzielen. Das entspricht umgerechnet einer jährlichen Rendite von fast 17 Prozent. Einzige Bedingung: Der Preis für Erdöl der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) darf bis März kommenden Jahres nicht auf 37 Dollar je Barrel (159 Liter) einbrechen – so wenig kostete WTI-Öl zuletzt vor mehr sechs Jahren, nach dem damaligen Crash am Energiemarkt.

Derzeit notiert WTI bei 46,30 US-Dollar. Und ein Blick auf den Terminmarkt zeigt, dass Handelsprofis davon ausgehen, dass der Ölpreis bis zur Rückzahlung des Zertifikats noch etwas zulegen dürfte: So kostet etwa US-Leichtöl zur Auslieferung im Januar mit knapp 47,20 US-Dollar je Fass fast einen Dollar mehr als bei sofortiger Abnahme. Und der für die Rückzahlung der Zertifikate maßgebliche März 2016-Future wird noch einen weiteren Dollar höher gehandelt.

Währungseffekte klammert das Bonuszertifikat aus - anders als die meisten anderen Rohstoff-Papiere. Die Entwicklung des Euro/Dollar-Wechselkurses beeinträchtigt die Zielrendite also nicht. Der Preis für diese Rohstoff-Spekulation mit Airbag: Mehr als insgesamt knapp zehn Prozent Ertrag für das Musterdepot sind damit nicht erreichbar.

Und: Bricht die WTI-Notierung doch bis auf die entscheidende Marke von 37 Dollar ein, dann geht der Bonusmechanismus verloren und die Investition kann fortan zum Verlustbringer werden.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

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