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07.05.2014

21:30 Uhr

Musterdepots

Spekulationen um EZB-Geldpolitik

Daniel Hupfer, Verwalter des Privatbank-Depots, macht sich Gedanken über die EZB-Geldpolitik. Er befürchtet nicht, dass diese weitere Maßnahmen beschließt. Dennoch – die Auswirkungen auf die Aktienmärkte wären positiv.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Nachdem im Laufe dieser Woche der Euro-Dollar-Kurs nahe an die Marke von 1,40 kam und leicht schlechtere Konjunkturdaten für die Volkswirtschaften der Eurozone veröffentlicht wurden, liegt die Vermutung nahe, die EZB könnte im Rahmen ihrer Sitzung an diesem Donnerstag außergewöhnliche geldpolitische Maßnahmen ankündigen. Auch die OECD riet der EZB zuletzt vor dem Hintergrund der weiterhin sehr niedrigen Inflation zu einer Null-Zins-Politik.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

So schlägt die OECD vor, den Leitzins von aktuell 0,25 Prozent auf null Prozent zu verringern sowie Einlagen bei der EZB mit Strafzinsen zu belegen, um mehr Liquidität in den Markt fließen zu lassen. Bis mindestens Ende 2015 sollten beide Zinssätze niedrig gehalten werden. Viele Ökonomen und auch der IWF versuchen schon seit einiger Zeit die EZB dazu zu drängen, weitere expansive geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen, um ein Deflationsszenario in der Eurozone zu verhindern und einen weiteren Anstieg des Euro zu verhindern. Wir gehen davon aus, dass der EZB-Rat sich auch morgen hiervon unbeeindruckt zeigt und noch keine weiteren Maßnahmen beschließt.

Sollte allerdings die Inflation weiterhin deutlich unter dem EZB-Ziel von unter aber nahe zwei Prozent verharren oder der Euro sich weiter verteuern, dann steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer expansiver Maßnahmen deutlich an. Die Auswirkungen auf die Aktienmärkte wären positiv. Steigende Zinsen bleiben nach wie vor in weiter Ferne, selbst wenn die EZB zunächst keine expansivere Geldpolitik verfolgt. Vor diesem Hintergrund sehen wir uns aktuell gut aufgestellt. Der Fokus auf Aktien bleibt bestehen und bei den Anleihen bevorzugen wir weiterhin längere Laufzeiten.

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