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26.01.2017

17:35 Uhr

Musterdepots

Spekulieren auf den Rückwärtsgang

Der Optimismus überwiegt derzeit an der Börse: Nach neuen Allzeithochs an den US-Märkten hat auch der deutsche Leitindex ein neues Jahreshoch erreicht. Doch Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis bleibt skeptisch.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtNach dem Dax-Anstieg auf über 11.800 Punkte kann ein Teil der Reverse-Bonuszertifikate dauerhaft keine Seitwärtsrendite mehr erzielen (WKN: DL05MU). Kursgewinne bis zum Laufzeitende im März sind bei dieser Position nur noch möglich, wenn der deutsche Leitindex den Rückwärtsgang einlegt.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ich reduziere daher den Bestand bei diesen Papieren und investiere das freigewordene Geld in neue Reverse-Bonus-Zertifikate (WKN: DL7H20). Solange der deutsche Leitindex bis Ende dieses Jahres nicht auf 12.900 Punkte steigt, ist damit ein Gewinn von rund 17 Prozent möglich – selbst wenn die aktuelle Übertreibung an den Börsen nicht in eine überfällige Korrektur mündet.

Zumindest wenn man den Analysten der Banken Glauben schenken kann, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich das neue Produkt erfolgreich entwickelt: Kein einziges vor Kurzem vom Handelsblatt befragtes Institut erwartet in seiner Jahresendprognose, dass 2017 solch ein hohes Indexniveau markiert wird. Selbst die größten Optimisten sehen den Dax zu keinem Zeitpunkt oberhalb von 12.500 Punkten notieren.

Wichtig: Diese Absicherungsprodukte dienen lediglich als Ergänzung des Portfolios. Nur in Kombination mit anderen Bausteinen passen die Papiere in ein defensives Depot. Denn falls der Dax unerwartet stark weitersteigt und die Barriere bei 12900 Punkten doch knackt, können die Reverse-Bonuszertifikate separat betrachtet zum dauerhaften Minusgeschäft werden.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

27.01.2017, 16:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

nichts gegen Ihre Spekulation und Ihre Positionierung. Aber vielleicht können wir einmal ein anderes Thema anschneiden. Was ist denn mit den von Ihnen immer wieder zitierten Bankprognosen? Wieviel sind sie eigentlich wert? Ich nenne dazu 3 Schlußkurse des DAX.

16. 10. 2014 DAX 8 623
13. 04. 2015 DAX12 357
12. 02. 2016 DAX 8 854

Sie sehen aus den genannten Zahlen, dass der DAX vom Herbst 2014 bis zu seinem all-time-high im März 2015 steil nach oben zog und in nur 5 Monaten 43 % zulegte. Sie sehen weiter, dass er nach seinem all-time-high wieder langsam abbröckelte und bis Februar 2016 wieder 40 % verlor.

Und nun kommt meine Frage. Kennen Sie eine Bank (ich frage nicht nach 100 Banken, sondern nur nach einer), die
1. die steile Aufwärtsentwicklung Herbst 2014 bis April 2015
2. das all-time-high im April 2015
3. die anschließende Abwärtsbewegung um 40 %

vorhergesehen hat? Oder kennen Sie eine Bank, die an anderer Stelle irgendwann einmal bewiesen hat, dass sie wenigstens ansatzwqeise über prognostische Fähigkeiten verfügt?

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