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13.07.2016

17:00 Uhr

Musterdepots

Spiel mit dem Feuer

Gleich zwei Musterdepotstrategen warnen vor der aktuell hohen Bewertung der US-Aktien. Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis plant sogar, seine Position an Reverse-Derivaten auszubauen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

FrankfurtWichtige Impulse gehen in der nächsten Zeit von der Berichtssaison für das zweite Quartal aus, die in dieser Woche langsam Fahrt aufnimmt. In den USA sind die Gewinnerwartungen im Vorfeld – wie üblich – nach unten revidiert worden. Nachdem im ersten Quartal die Gewinne um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken sind, wird für das zweite Quartal ein Minus von 4,5 Prozent erwartet.

Die Gewinnrezession soll dann aber mit dem dritten Quartal enden, wobei ein Anhalten des negativen Revisionstrends dazu führen würde, dass auch im dritten Quartal die Erträge niedriger ausfallen könnten als vor einem Jahr. Ein wesentlicher Grund dafür, dass sich der US-Aktienmarkt seit einem Jahr mehr oder weniger seitwärts bewegt hat, liegt in der stagnierenden Gewinnentwicklung.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

2016 sollen die Gewinne im S&P 500 ebenfalls nur um gut ein Prozent zulegen. Angesichts der hohen Bewertung der US-Aktien gehen wir nicht davon aus, dass die erwartete Gewinnentwicklung viel Spielraum für höhere Kurse lässt.

Nur für den Fall, dass sich die Unternehmensgewinne besser als erwartet entwickeln, könnte der S&P 500 seine alte Bestmarke aus dem vergangenen Jahr nachhaltig überwinden – und dann auch die europäischen Aktienmärkte beflügeln. Angesichts der zunehmenden Brexit-Unsicherheiten wird ein solches positives Szenario aber unwahrscheinlicher.

Ähnliches gilt auch für den Dax, für den die Unternehmensanalysten im nächsten Jahr ein Ertragsplus von zehn Prozent prognostizieren. Dabei sollen die stärksten Zuwächse von den Banken und den besonders zyklischen, also konjunkturabhängigen Unternehmen kommen. Diese Annahme halten wir aber unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen nicht für besonders realistisch. Auch wenn wir für die Börse nicht generell, könnte es dennoch einen turbulenten Sommer geben.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Unser „Social Trading Depot“ besteht aus zwei Blöcken. Den ersten Block bildet mit etwa 70 Prozent Gewichtung das Aktienkernportfolio, bei welchem die Bayerische Vermögen AG für die Auswahl der Einzeltitel zuständig ist. Der zweite Block besteht aus fünf wikifolio-Zertifikaten und hat eine Gewichtung von etwa 30 Prozent.

Die Bayerische Vermögen AG wählt dabei die wikifolio-Strategien, die ins Musterdepot kommen, hat jedoch keinen Einfluss auf die Investmentstrategien der jeweiligen wikifolio-Manager. Die Zusammensetzung des Musterdepots ist wichtig für die Feststellung der Liquiditätsquote.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Der explizite Cash-Bestand beträgt aktuell etwa vier Prozent des Gesamtvermögens. Die implizite Liquiditätsquote liegt allerdings etwas höher, da jeder wikifolio Manager den Investitionsgrad unterschiedlich steuert. So ist beispielsweise das „Dividende und Eigenkapital Deutschland“-wikifolio von Holger Degener derzeit voll investiert.

Sebastian Reese hält bei seinem „SR wisdom capital spekulativ“-wikifolio dagegen 100 Prozent Cash. Die Liquiditätsquoten der restlichen drei wikifolio-Manager liegen zwischen 14 und 40 Prozent. Unter dem Strich weist unser Musterdepot derzeit einen impliziten Cash-Bestand von etwa 14 Prozent auf.    

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