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22.11.2015

16:01 Uhr

Musterdepots

Spiel's noch einmal, Mario

Der letzte Handelstag der Woche stand ganz im Zeichen der EZB-Geldpolitik. Wieder einmal unterstrich Mario Draghi eindrucksvoll seine Handlungsbereitschaft. Wie unsere Depotstrategen den Kurs der Währungshüter bewerten.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Der EZB-Präsident Mario Draghi hat erneut die Bereitschaft der europäischen Notenbank bekräftigt, gegen die niedrige Inflation in der Eurozone entschlossen vorzugehen. Im Oktober betrug die Teuerungsrate lediglich 0,1 Prozent, während die EZB eine jährliche Rate von etwa zwei Prozent oder leicht darunter anstrebt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auf einem Bankenkongress am letzten Freitag sagte Herr Draghi: „Wir werden das tun, was wir machen müssen, um die Inflation so schnell wie möglich zu erhöhen“. Dabei sehe der EZB-Präsident in erster Linie das Anleihekaufprogramm als ein effektives Instrument. Außerdem sei die Änderung des Einlagezinses eine weitere Option.

Die Aktivitäten der europäischen Zentralbank kann man unterschiedlich einschätzen. Fraglich bleibt, ob gigantische Liquiditätsströme die wirtschaftliche Dynamik außerhalb des Finanzsektors nachhaltig stimulieren können. Die bisherige Erfahrung aus Japan, wo sich das geldpolitische Experiment in einer weiter fortgeschrittenen Phase befindet, stimmt uns eher skeptisch. Auf der anderen Seite interpretieren wir die Auswirkung auf die Finanzmärkte weiterhin positiv. Vor allem bei den Aktien, die eine reale Beteiligung an Unternehmen darstellen, sehen wir ein erhebliches Potential für die nächsten Jahre.       

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