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16.08.2015

13:13 Uhr

Musterdepots

Stimmung schlechter als Situation

Nachdem die Probleme der Schwellenländer durch frische Konjunkturdaten allgemein bekannt sind, wagt Musterdepotstratege Daniel Hupfer eine Einschätzung der Alt-Industriestaaten. Er sieht die Lage differenzierter.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Ein Blick auf die OECD-Frühindikatoren der BRIC-Länder, für die jüngst die Juni-Daten veröffentlicht wurden, zeigt ein sehr verhaltenes Konjunkturbild. In den vier großen Schwellenländern liegt der Indikator unter der 100-Punkte-Marke, der den langjährigen Durchschnittswert repräsentiert. Die Tendenz ist weiter sinkend mit Ausnahme Indiens.

Für die OECD-Länder hat sich der Indikator in den vergangenen Monaten ebenfalls abgeschwächt. Dies liegt vor allem an der Entwicklung in den USA und Großbritannien, während sich die Werte für Japan und die Eurozone verbessert haben. Die schwächeren OECD-Daten für die USA und Großbritannien passen unseres Erachtens allerdings nicht zu den derzeit veröffentlichten Konjunkturdaten. Insbesondere in den USA hat die Wirtschaft nach einem – zum Teil witterungs- und streikbedingten – schwachen ersten Quartal zuletzt wieder an Dynamik gewonnen. 

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Von daher bleiben wir auch bei unserer Einschätzung, dass das globale Konjunkturumfeld alles in allem als stabil zu bezeichnen ist. Eine Rezession, bei der man an den Aktienmärkten in Deckung gehen müsste, ist weiterhin ein unwahrscheinliches Szenario. Unseres Erachtens ist die Stimmung derzeit schlechter als die tatsächliche Lage.

Zwar ist nicht auszuschließen, dass es in der nächsten Zeit – auch wegen der geringeren Liquidität in den Ferienmonaten – zu weiteren Kursturbulenzen kommt, doch wären dies aus heutiger Sicht für bislang nicht investierte Anleger interessante Einstiegsmöglichkeiten. Diejenigen, die bereits investiert sind, sollten versuchen, einen kühlen Kopf zu behalten und die Marktschwankungen auszuhalten. Wir gehen davon aus, dass die Aktienmärkte über ein deutliches Erholungspotenzial verfügen, so dass der DAX bis zum Jahresende die Chance hat, seinen bisherigen Höchststand von rund 12.400 Punkten zu übertreffen.

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