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15.01.2017

19:24 Uhr

Musterdepots

Trump-Alarm an den Börsen

Am kommenden Freitag ist es soweit: Donald Trump wird offizielle als US-Präsident vereidigt. Der Tag werde richtungsweisend sein, glaubt „Handelsblatt“-Autor Geogios Kokologiannis. Doch wird die Richtung eine gute sein?

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtDer kommende Freitag dürfte richtungsweisend sein für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten: Bei der Amtseinführung Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten werden Investoren genau darauf achten, welche wirtschaftspolitischen Vorhaben er nun nach den Vorschusslorbeeren der Wall Street tatsächlich ankündigen wird – und ob der bisherige Optimismus gerechtfertigt ist.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Seit Trumps Wahlsieg im November haben die US-Aktienindizes trotz extremer Bewertungen immer neue Rekordhochs markiert. Seit 92 Monaten läuft die Hausse mittlerweile – mehr als 70 Prozent länger als im Schnitt der 18 Bullenmärkte der vergangenen 140 Jahre.

Dies hat dazu geführt, dass sich die wichtigsten Bewertungskennziffern nach der Trump-Rally im Bereich historisch hoher Dimensionen befinden: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 auf Basis der 2016er-Gewinnschätzungen liegt bei 21,3 - und damit mehr als 50 Prozent über dem mittel- bis langfristigen Durchschnitt von gut 14.

Noch alarmierender ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), das ein besserer Risikoindikator ist: Während die Firmen ihre Ergebnisse durch Sondereffekte und Aktienrückkäufe massiv beeinflussen, ist dies bei den Umsätzen nicht ohne weiteres möglich. Mittlerweile hat das KUV im S&P 500 einen Wert von über 2,0 erreicht und liegt somit auf dem Niveau seines Allzeithochs um die Jahrtausendwende - kurz vor dem Börsensturz nach der Dotcom-Blase.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

17.01.2017, 12:57 Uhr

Vielleicht stimmen Sie mit mir überein, dass man nicht mit Tunnelblick die Bewertung eines einzelnen Marktes betrachten kann.

Mag sein, dass der S&P 500 ein KGV von 21,3 hat. Aber wir wissen aus jahrzehntelanger Erfahrung, dass eine hohe Bewertung nicht zwangsläufig alsbald abgebaut wird. Selbst große Blasen können jahrelang bestehen und noch größer werden.

Aber wenn wir schon bei Blasen sind, könnten wir auch einmal nach Deutschland gucken. Die DAX-Werte haben ein KGV von 14,2, sie sind somit ähnlich wie im langjährigen Durchschnitt bewertet. Auf der anderen Seite bringen Bundesanleihen im Mittel der Laufzeitjahre eine Mini-Rendite von 0,1 %, so dass sich ein KGV von 1000 errechnet. Wir haben somit bei Anleihen eine unvorstellbar riesige Blase. Ich verstehe nicht, warum sie von Ihnen permanent ausgeblendet wird .Denn wenn die Rentenblase platzt, erleiden die Anleger hohe Verluste und verkaufen dann auch die Werte Ihrer Aktiendepots.

Zum Schluß einen kleinen Blick auf den deutschen Immobilienmarkt. In vielen Ballungsräumen sind die KGVs rund doppelt so hoch wie bei den amerikanischen Aktien des S&P 500. Wieder so eine Blase. Aber Ihre Kollegen-Redakteure, die sich für den Immo-Markt zuständig fühlen, scheint dies überhaupt nicht zu beunruhigen. Die gehen einach davon aus, dass die Preise weiter steigen werden.

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