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03.07.2016

18:56 Uhr

Musterdepots

Turbulente sechs Monate an den Börsen

Das erste Halbjahr ist rum. Für Musterdepot-Autor Alexander Kovalenko Anlass, die Geschehnisse Revue passieren zu lassen – von Flash Crash in China bis Brexit. Was Anleger für die nächsten Monate lernen können.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

FrankfurtEin turbulentes Halbjahr ist zu Ende. Das Jahr begann wie das vorige endete, mit Einfluss aus Fernost. Rezessionsängste durch ein sich stark verlangsamendes Wachstum in China schickten die Märkte auf Talfahrt. Am 11. Februar notierte der Dax zum Tagesende bei 8752 Punkten.

Damit verlor er seit Jahresanfang 18,5 Prozent und wegen der Schnelligkeit machte der Begriff „Flash Crash“ die Runde. Nachdem sich die Probleme in weiter Ferne als anscheinend nicht so tragisch rausstellten, erholten sich die Märkte wieder etwas. Jetzt haben wir die Unruhen vor der eigenen Haustür.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Briten haben historisches geschafft und sind gleich zweimal innerhalb einer Woche aus Europa raus, einmal politisch und einmal im Fußball. Letzteres hat natürlich keinen Einfluss auf die Börse, aber vermutlich wird es zumindest den Engländern mehr und stärker in Erinnerung bleiben als das Referendum.

Diese Erosion erschütterte die Märkte kurz vor Halbjahresende erneut mit zwischenzeitlichen Tageskursverlusten im zweistelligen Bereich. Für den Anleger bleibt die nüchterne Bilanz von knapp minus zehn Prozent im Dax seit Jahresanfang. Das sieht bei anderen europäischen Aktienindizes nicht besser aus. Die amerikanischen Aktienindizes und die Schwellenländer haben ihre zwischenzeitlichen Verluste aber wieder aufgeholt.

Die sicheren Häfen wie Gold oder deutsche Staatsanleihen wurden wegen der Unruhen erneut stark nachgefragt. Gold in Euro legte um satte 22 Prozent zu. Wer seine Verluste in Grenzen gehalten hat, der kann jetzt durch Stockpicking die Basis für ein erfolgreiches zweites Halbjahr legen.

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