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26.07.2015

14:45 Uhr

Musterdepots

Überraschungen übersehen

Vielerorts heißt es derzeit, die US-Bilanzsaison laufe durchwachsen, bisweilen enttäuschend. Grund genug für Depot-Stratege Daniel Hupfer einen genaueren Blick über den Teich zu werfen. Ihm offenbart sich etwas anderes.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Seit gut zwei Wochen ist die US-Berichtssaison in vollem Gange. Wer die mediale Berichterstattung in dieser Zeit verfolgt hat, dem präsentiert sich ein recht diffuses Gesamtbild. Schienen die ersten Quartalsergebnisse allesamt positiv zu überraschen, so hat sich das Bild in den letzten Tagen gedreht: Analysiert man die bislang vorgelegten Quartalszahlen auf Indexbasis, so lässt sich feststellen, dass die bisherige Berichtssaison aus unserer Sicht zumindest das Prädikat „gut“ verdient.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Diese Aussage gilt sowohl für die Unternehmen aus dem S&P 500 als auch für die Technologiewerte aus dem Nasdaq 100 Index. Im Vergleich zu diesen zwei Indizes, die beide sehr solide „Surprise Ratios“ von knapp 80 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel von 65 Prozent aufweisen, ist die Berichtssaison für die Unternehmen im Dow Jones 30 Index bislang sogar noch besser verlaufen: Von 20 Quartalsbilanzen haben 18 bessere Zahlen aufgewiesen als erwartet. Der positive Überraschungsquotient von 90 Prozent liegt nicht nur deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 72 Prozent, er ist sogar – zumindest bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt – der beste jemals gemessene Wert seit dem vierten Quartal 2001.

Unser Fazit ist, dass die US-Berichtssaison die in sie gesetzten Erwartungen mehr als erfüllen wird. Trotz der vergleichsweise hohen Bewertungen US-amerikanischer Aktien bekommen die Kurse somit von der Gewinnseite die notwendige Unterstützung, um bis zum Jahresende weiter anzusteigen. Für Deutschland und Europa liegen bislang noch zu wenige Daten vor, um schon eine ähnliche Schlussfolgerung ziehen zu können. Der schwache Euro, geringe Fremdkapitalkosten, gesunkene Rohstoffpreise und die verbesserte Konjunkturlage sprechen aber dafür, dass sich die Unternehmensgewinne in Europa sogar noch besser entwickeln werden als es in den USA der Fall ist. Insofern sind die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung an den europäischen Börsen ebenfalls positiv einzuschätzen.

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