Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.06.2014

20:28 Uhr

Musterdepots

Übertriebene Euphorie am Aktienmarkt

Nachdem der Dax die 10 000er-Marke geknackt hat, setzt Georgios Kokologiannis, Verwalter des Handelsblatt-Depots, auf schwächere Kurse. Die jüngste Euphorie sei nicht zu rechtfertigen, meint der Finanzredakteur.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

So wie angekündigt, setze ich nach dem Kurssprung des Dax über die 10 000er-Marke auf ein Zurückpendeln der Notierungen am Aktienmarkt. Ich stocke meine Reverse-Bonuszertifikate auf, die davon profitieren, wenn der Börsenrally allmählich die Luft ausgeht (WKN: CB4S3R). Damit erziele ich einen Ertrag von rund 14 Prozent, solange der Dax bis Mitte Dezember nie auf 10 750 Punkte klettert. Die Zertifikate entwickeln sich während der Laufzeit tendenziell spiegelverkehrt zum deutschen Leitindex.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Der Grund dafür, dass ich das Musterdepot jetzt stärker gegen mögliche Rückschlage absichere: Die jüngste Euphorie am Aktienmarkt ist fundamental nicht zu rechtfertigen und basiert letztendlich nur auf dem Argument, dass die Blase an den Anleihenmärkten doch noch viel weiter aufgepumpt sei als die Notierungen der Unternehmensbeteiligungen.

So sinnvoll es für Privatanleger ist, sich langfristig auch am Kapitalstock der Wirtschaft zu Beteiligen: Wer auf diesem Niveau noch neu in den Markt einsteigt und auf kurzfristig weiter boomende Kurse setzt, der wettet vor allem auf immer extremere Stimulierungsmaßnahmen der Notenbanken – und hofft dabei, dass den Währungs-„Hütern“ die Taschenspielertricks vorerst nicht ausgehen werden.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.06.2014, 21:10 Uhr

"Die jüngste Euphorie am Aktienmarkt ist fundamental nicht zu rechtfertigen und basiert letztendlich nur auf dem Argument, dass die Blase an den Anleihenmärkten doch noch viel weiter aufgepumpt sei als die Notierungen der Unternehmensbeteiligungen."

Das ist eine ziemlich treffende Einschätzung. Ich glaube allerdings, dass die Bullen noch eine Zeit weiter rennen möchten...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×