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02.08.2016

13:19 Uhr

Musterdepots

Umdenken mit Trump

Zuletzt galt an den Börsen vor allem die Order Kaufen. Doch mit dem Amtsantritt Trumps könnte sich das ändern. Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis zeigt, wie er sein Depot auf ein Ende der Hausse vorbereitet.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Nach der Kaufpanik setzt allmählich ein Umdenken ein. Inzwischen warnen zunehmend auch bedeutende Großinvestoren vor einer möglichen Fehleinschätzung an der Wall Street: All jene Anleger könnten noch ihr blaues Wunder erleben, die in Erwartung von Konjunkturimpulsen der Trump-Regierung massiv in US-Aktien umgeschichtet haben. Das geben die Strategen von Amundi jetzt zu bedenken – einem der größten europäischen Vermögensverwalter.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Sollten die Börsen „noch weiter in den Bereich einer Blase hineinlaufen“, böte es sich Amundi zufolge sogar an, in Anleihen umzuschichten. Das wäre das Gegenteil von dem, was die meisten Experten derzeit noch fast unisono propagieren. Die Idee dahinter: Platzt die Blase am US-Aktienmarkt, werden Anleger wie üblich Zuflucht suchen bei Staatsanleihen. Trotz der Aussicht auf langfristig steigenden Zinsen würden die Anleihekurse wieder anziehen.

Ich teile diese kritische Beurteilung und habe das Musterdepot auf ein Auslaufen der völlig überzogenen Hausse ausgerichtet. Rückschlagrisiken sehe ich allerdings nicht nur in den USA, sondern auch bei Dax & Co. Es ist geradezu naiv zu hoffen, dass die von Trump angepeilten massiven Beschränkungen des Freihandels schadlos an den hiesigen Unternehmen und Märkten vorüberziehen dürften. Zudem werden sich Dax & Co. einer Korrektur an der weltweit richtungsweisen Wall Street nicht entziehen.

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