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31.05.2016

18:54 Uhr

Musterdepots

Unberechenbare Volksrepublik

Die Bedeutung chinesischer Titel am weltweiten Aktienhandel nimmt zu. Dennoch macht Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis mit seinem Depot einen Bogen um diesen hochriskanten Markt.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Die Wahrscheinlichkeit für eine Aufnahme chinesischer Aktien im Juni in das vielbeachtete globale Aktienbarometer des Indexanbieters MSCI ist laut der US-Bank Goldman Sachs zuletzt auf 70 Prozent nach oben geschnellt. Das ist mit ein Grund dafür, dass am Dienstag die Kurse chinesischer Dividendenpapiere so stark nach oben sprangen wie zuletzt vor drei Monaten. Der Shanghai Composite Leitindex verteuerte sich um mehr als drei Prozent.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Doch trotz der Aussicht auf mehr Bedeutung chinesischer Titel am weltweiten Aktienhandel lasse ich weiterhin die Finger von diesem hochriskanten Markt, der sich höchstens als rein spekulative Depotbeimischung eignet. Das auf Verlustvermeidung ausgerichtete Handelsblatt-Musterdepot konzentriert sich weiterhin auf die Aktienbörsen in Europa und den USA.

Grund für die gestiegenen Chancen auf eine Indexaufnahme in den MSCI World seien laut Goldman Sachs die Bemühungen der Regierung, Handelsaussetzungen zu beschränken und mehr Klarheit bei Eigentumsrechten zu schaffen. Diese Bestrebungen zielten auf zwei von insgesamt fünf nötige Maßnahmen, die MSCI im April in Bezug auf die Aufnahme von sogenannten A-Aktien herausgestellt hatte. Bei A-Aktien handelt es sich um in der Landeswährung Yuan notierten chinesischen Festlandsaktien

Doch das Hauptproblem von Börsenengagements im Reich der Mitte bleibt meines Erachtens die zweifelhafte Glaubwürdigkeit offiziell gemeldeter Konjunktur- und Unternehmenszahlen. Und an diesem systemimmanenten Problem einer Planwirtschaft wird sich so schnell nichts ändern. Wegen der damit verbundenen dauerhaften Unsicherheit bleibt die Entwicklung an den Börsen der Volksrepublik letztlich unberechenbar.

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