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05.10.2015

11:45 Uhr

Musterdepots

Unterdurchschnittlich attraktiv

Wer ein Value-Portfolio hält, der hat derzeit wenig Spaß. Denn die 100 Aktien mit den besten Value-Eigenschaften haben im dritten Quartal schlechter abgeschnitten als der breite Index, erklärt Daniel Hupfer.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Wer momentan ein Value-Portfolio hält, hat wenig zu Lachen. An 41 von 66 Handelstagen im vergangenen dritten Quartal 2015 haben die 100 Aktien mit den besten Value-Eigenschaften aus dem Stoxx 600 Europa schlechter abgeschnitten als der breite Index. Kumuliert ergibt das eine Underperformance zum ohnehin 8,4 Prozent im Minus liegenden Stoxx 600 von 5,8 Prozent. Dies ist vor allem auf die aktuelle Faktorausstattung von Value-Aktien zurückzuführen. So wären in einem Value-Portfolio derzeit alle anderen berücksichtigten Faktoren unterdurchschnittlich attraktiv.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Bestimmt man beispielsweise den durchschnittlichen Rang der 100 Aktien im aktuellen Value-Portfolio für den Faktor Momentum im Investmentuniversum des Stoxx 600, ergibt sich ein Wert von 182. Ein durchschnittlicher Rang von unter 300 lässt darauf schließen, dass die Mehrheit der 100 Value-Aktien unterdurchschnittliche Eigenschaften bezüglich des Faktors Momentum aufweist.

Diese Systematik ist auch auf alle anderen berücksichtigten Faktoren anwendbar. Sprich, man würde neben vermeintlich guten Value-Eigenschaften Aktien mit unterdurchschnittlichen Eigenschaften hinsichtlich Momentum, Gewinnrevisionen, Volatilität, Bilanzqualität, Profitabilität und Größe einkaufen. Das es auch anders geht, zeigt ein Blick auf das Faktorportfolio Momentum, welches im dritten Quartal relativ zum Stoxx 600 5,5 Prozent vorne liegen würde. Da es jedoch unmöglich ist zu prognostizieren, welcher Faktor in der Zukunft die anderen schlagen wird, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Single-Faktorinvestments auch immer eine Wette auf die zukünftige (Out)Performance eines Faktors darstellen.

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