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10.11.2015

20:08 Uhr

Musterdepots

Unternehmensanleihen sind nicht risikofrei

Die Manager der wikifolios machen Kasse, Georgios Kokologiannis widmet sich dem Euro und Daniel Hupfer analysiert das Risiko von Unternehmensanleihen. Das und mehr in den Musterdepots.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Viele Kapitalmarktteilnehmer hatten in den vergangenen Monaten (Jahren) aufgrund der Staatsschuldenkrise, dem damit angeschlagenen Vertrauen in Staatsanleihen und dem niedrigen Zinsniveau die europäischen Unternehmensanleihen mit Investmentgrade schon als den neuen „sicheren Hafen“ ausgerufen. Und wenn man auf die zwischenzeitlich sehr niedrigen Refinanzierungskosten für europäische Unternehmen geschaut hat, schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann die absoluten Tiefststände aus den Zeiten vor der Lehmann-Krise noch unten durchbrochen werden würden.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Aber spätestens mit dem Beginn des laufenden Jahres ist der Mehrzahl der Kapitalmarktteilnehmer bewusst geworden, dass mit Unternehmensanleihen auch Risiken verbunden sind. Die Kreditrisikoaufschläge gemessen an den Asset-Swap-Spreads haben sich in den vergangenen neun Monaten deutlich ausgeweitet und befinden sich auf den höchsten Ständen seit fast drei Jahren.

Woher resultiert nun diese deutliche Ausweitung in einem Umfeld, das aufgrund der sehr expansiven Geldpolitik der EZB und einer grundsätzlich positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Europa eigentlich unterstützend für Anleihen sein sollte?

An erster Stelle sind da die immer wieder auftretenden Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung in den Emerging Markets – hier vor allem in China –, die Rohstoffpreisentwicklung und die Leitzinsentwicklung in den USA zu nennen. Vor allem der erstgenannte Punkt hat Unternehmen, die ein starkes Geschäftsexposure zu den Emerging Markets aufweisen, im laufenden Jahr negativ beeinflusst.

Die Unsicherheit über den Zeitpunkt und Umfang einer möglichen Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank hat auch wiederholt zu hoher Volatilität an den Anleihemärkten geführt. Und hier haben die Segmente mit geringerer Liquidität – wie Unternehmensanleihen – stärker gelitten als zum Beispiel Staatsanleihen, die auch in Stressphasen ohne Probleme gehandelt werden konnten.

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