Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.10.2016

17:42 Uhr

Musterdepots

US-Notenbank in der Zwickmühle

Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis glaubt nicht, dass die hochbewerteten US-Börsen ohne erneute geldpolitische Unterstützung nachhaltig steigen werden. Und hat sein Portfolio entsprechend ausgerichtet.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtSeitdem die US-Notenbank Fed ihre Anleihekäufe („QE3-Programm“) vor zwei Jahren vollständig auslaufen ließ, kommen die Aktienkurse an der Wall Street kaum noch von der Stelle. Der Leitindex S&P 500 bewegt sich seit Oktober 2014 innerhalb einer Spanne von insgesamt nicht einmal 20 Prozentpunkten um sein damaliges Kursniveau.

Ohne erneute geldpolitische Unterstützung wird den hochbewerteten US-Börsen auch künftig kein nachhaltiger Ausbruch auf der Oberseite gelingen. Dazu ist das Gewinnwachstum der Unternehmen schlicht zu schwach. Mehrere Zertifikate-Positionen im Depot profitieren von der erwarteten Fortsetzung dieser Seitwärtsbewegung (WKN: VS9D59 und VS8B1F).

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ausschlaggebend für meine skeptische Einschätzung zum weiteren Verlauf an den US-Aktienmärkten ist, dass die Produzentenpreise in der weltweit größten Volkswirtschaft im Schnitt deutlich langsamer zulegen als die Lohnstückkosten. Das schlägt maßgeblich auf die Gewinnentwicklung der US-Firmen durch. Um die Ertragsaussichten wirksam zu verbessern, müssten die Unternehmen also ihre Preise erhöhen.

Damit steckt der Aktienmarkt aber in einer Zwickmühle: Gelingt es den Firmen höhere Absatzpreise durchzusetzen, würde sich zwar ihre Gewinnentwicklung verbessern. Davon könnten auch die Aktienkurse profitieren – allerdings nur vorübergehend. Denn steigende Inflationsraten bei den Endabnehmerpreisen würden die Fed mittelfristig unter Druck setzen, durch steigende Leitzinsen gegenzusteuern.

Eine weitere Verschleppung der seit Monaten durch die Fed immer wieder hinausgezögerten geldpolitischen Straffung würde andernfalls in einen endgültigen Glaubwürdigkeitsverlust der Währungshüter münden. In Erwartung darauf, würden Anleger in diesem Szenario an den Aktienmärkten frühzeitig Kapital abziehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×