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07.06.2016

16:20 Uhr

Musterdepots

US-Unternehmensgewinne treten auf der Stelle

Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis wappnet sich für die seiner Meinung nach absehbaren Börsenturbulenzen der kommenden Monate. Und kauft ein Produkt, das im Wert steigt, wenn der deutsche Leitindex fällt.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Für die USA rechnen wir in diesem Jahr mit einem Anstieg des realen BIP von nur knapp zwei Prozent. Das sind keine Rahmenbedingungen, die zwangsläufig für eine restriktivere Geldpolitik sprechen. Von daher halten wir die jüngsten Sorgen vor einer ausgeprägten geldpolitischen Wende in den USA, die den Aktienmärkten derzeit zu schaffen machen, für überzogen.

Ob sich die Erholung an den Börsen fortsetzt, wird vor allem von den Unternehmensgewinnen abhängen. Denn deren Entwicklung ist zumindest mittel- bis langfristig der wohl wichtigste singuläre Einflussfaktor für die Kurse börsennotierter Unternehmen. Dass sich die Weltleitbörse, der US-amerikanische S&P 500, seit gut einem Jahr seitwärts bewegt und die Marke von 2.100 Punkten bislang nicht nachhaltig überwinden konnte, hat sehr viel damit zu tun, dass die Unternehmensgewinne seitdem auf der Stelle treten.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Der Blick auf die Gewinnerwartungen des Jahres 2016 verheißt zunächst wenig Gutes. Nach der Stagnation im vergangenen Jahr wird für 2016 ein Plus von knapp zwei Prozent erwartet. Dabei sind die Gewinne im ersten Quartal um gut sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Für das zweite Quartal wird ein weiterer Rückgang von knapp sechs Prozent erwartet, ehe dann im zweiten Halbjahr die Gewinne wieder ansteigen sollen.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Energiesektor zu. Der kollabierende Ölpreis hat die Gewinne der Ölunternehmen bis zum 1. Quartal 2016 komplett aufgezehrt. Klammert man den Sektor jedoch aus der Betrachtung aus, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Unternehmensgewinne in den übrigen neun Branchen im letzten Jahr um knapp sieben Prozent zugelegt haben und 2016 um knapp fünf Prozent ansteigen sollen.

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