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30.05.2016

10:20 Uhr

Musterdepots

Viel Lärm um nichts

Daniel Hupfer nimmt aktuelle Konjunkturdaten genauer unter die Lupe. Sein Fazit: Die Sorgen vom Jahresanfang waren für Deutschland übertrieben, Georgios Kokologiannis rüstet sich derweil für einen brisanten Juni.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Der Blick auf die Daten der jüngsten Ifo-Geschäftsklimaumfrage legt nahe, dass die Binnennachfrage auch zukünftig der wesentliche Motor des wirtschaftlichen Wachstums in Deutschland sein wird. So hat sich die Stimmung in allen Sektoren der gewerblichen Wirtschaft verbessert. Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex auf einen neuen Rekordwert gestiegen, auch im Groß-und Einzelhandel ist die Stimmung so gut wie selten zuvor.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Von daher sollte der private Verbrauch in diesem Jahr um 1,7 Prozent zulegen, die staatlichen Konsumausgaben um 2,7 Prozent und die Bauinvestitionen um 2,5 Prozent. Da die Importe auf Gesamtjahressicht mit 3,5 Prozent wachsen werden, geht vom Außenhandel ein kleiner negativer Beitrag für das deutsche Wirtschaftswachstum aus. Alles in allem zeigt sich aber, dass sich die großen Konjunktursorgen vom Jahresbeginn, deren Auslöser die schwachen Aktienkurse waren, als übertrieben herausgestellt haben.

Aus Sicht eines Konjunkturprognostikers kann man von daher das Zwischenfazit aufstellen: Viel Lärm um nichts. Setzt sich die Entwicklung so fort, wie wir es erwarten, wird demnächst vielleicht nur noch die deutsche Wirtschaft brummen, aber dafür nicht mehr die Mehrheit der Volkswirte und der Marktbeobachter. Schließlich, so unser Fazit, ist die wirtschaftliche Lage um einiges besser als die Stimmung.

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