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04.07.2016

17:52 Uhr

Musterdepots

Vom ersten Schock erholt

Auch wenn sich die Märkte trotz des Brexit-Votums wieder stabilisiert haben, gibt es Sorgen hinsichtlich der Konjunktur. Einige Musterdepot-Experten hatten die zwischenzeitlich sehr niedrigen Kurse für Nachkäufe genutzt.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

FrankfurtDie Wertentwicklung der Musterdepot-Positionen ist im ersten Halbjahr 2016 ziemlich uneinheitlich verlaufen. Bei den Einzelaktien haben genau 50 Prozent von 14 Titeln die ersten sechs Monate des Jahres positiv abgeschlossen, wenn man die Dividendenausschüttungen mitrechnet. Der absolute Spitzenreiter war die Anglo American Aktie mit 115 Prozent Performance. Sehr gut haben außerdem Kesko (26 Prozent), ENI (8 Prozent) und Voestalpine (6 Prozent) abgeschnitten. Zu den negativen Ausreißern gehörten Peugeot (minus 33 Prozent) und Telecom Italia (minus 37 Prozent).

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Bei den drei Ziel-Wikifolios, die sich die ganze Berichtsperiode im Musterdepot befunden haben, schaffte „SR wisdom capital spekulativ“ von Sebastian Reese eine positive Wertentwicklung von rund vier Prozent. Das „Dividende und Eigenkapital Deutschland“-Wikifolio von Holger Degener hat einen moderaten Verlust von rund drei Prozent verzeichnet, während das „ETF-Werte des ICAX“ von Uwe Freier eine negative Wertentwicklung von minus 12,5 Prozent hinnehmen musste.

Unter dem Strich liegt unser Musterdepot seit Jahresultimo etwa 7,5 Prozent im Minus. Der Verlust ist somit moderater ausgefallen als beim Vergleichsindex Euro Stoxx 50.

Das Thema „Brexit“ hat bei unserem Musterdepot oder zumindest beim Aktienkernportfolio keine größere Rolle gespielt, weil unser Investmentprozess bei der Aktienauswahl auf fundamentalen Daten basiert. Wir haben die stark gefallenen Kurse für einige Nachkäufe genutzt, die sich bisher vor allem im Rohstoffsektor (Anglo American und BHP Billiton) richtig gelohnt haben.

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