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13.10.2015

17:48 Uhr

Musterdepots

Vom Waisen- zum Zockerpapier

Georgios Kokologiannis schaut sich die Energieversorger an und stellt fest: Sie sind zu Traumaktien für Spekulanten geworden. Die beiden anderen Autoren besinnen sich auf Fundamentales – und blicken auf die Konjunktur.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Man mag es kaum glauben: Früher waren die Aktien der Energieversorger sogenannte Witwen- und Waisenpapiere. Anteilsscheine, mit denen sich eine regelmäßig hohe Dividende bei gleichzeitig geringen Kursschwankungen erzielen ließ.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Der Kurs von RWE ist in den vergangenen fünf Jahren von 50 Euro auf zwischenzeitlich unter zehn Euro gefallen. Ähnlich der Verlauf des Eon-Papiers, das 25 Euro im Jahr 2011 auf unter 7,50 Euro rutschte. Und die RWE-Dividende ist von 3,50 Euro auf mittlerweile ein Euro gekürzt worden.

Nun sind diese Titel auch noch zu Zockerpapieren geworden. Zwischenzeitliche Pluszeichen in zweistelliger Höhe am Montag dieser Woche, wieder deutliche Verluste einen Tag später. Die Schwankungsbreite dieser Titel ist enorm angestiegen. Solange die Titel ein Spielball der Politik bleiben und die Unternehmen noch kein neues nachhaltiges Geschäftsmodell entwickelt haben, sind sie auch kein Investment für einen langfristig orientierten Anleger.

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