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22.03.2017

17:14 Uhr

Musterdepots

Von grün auf gelb

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Ulf Sommer ordnet das aktuelle Kursstottern auf den Aktienmärkten mithilfe einer Ampel ein.

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Ulf Sommer, Handelsblatt

Erleben wir gerade den Beginn einer Börsentalfahrt, einer Baisse, nachdem die Aktienmärkte acht Jahre lang gestiegen sind? Auffällig ist, dass es der Dax nicht schafft, die 12.000-Punkte-Hürde nachhaltig zu überwinden. Immer wieder prallt er ab. Das stimmt bedenklich. Auch der Wall Street droht die Luft auszugehen. Allerdings erlebten wir solche Schwächephase schon oft, ehe die Aktien nach kurzer Korrektur erneut durchstarteten. Für den Beginn einer Baisse bedarf es mehr als nur zwei oder drei schwache Börsentage. Die Börsenampel schaltet gerade von grün auf gelb. Rot leuchtet sie nicht.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Die globale Ölbranche befindet sich momentan in einer Art Teufelskreis. Im November 2016 haben sich die Mitglieder der Organisation der erdölexportierenden Länder, der Opec, auf eine signifikante Drosselung der Produktion geeignet. Nach langem Zögern hat sich auch Russland, welches kein Opec-Mitglied, gleichzeitig aber einer der wichtigsten Exporteure ist, dem Abkommen ebenfalls angeschlossen. Dies hat zu einer merklichen Erholung des Rohölpreises geführt. Nun beginnen allerdings die US-amerikanischen Ölförderer vermehrt die Produktion wieder hochzufahren. Die meisten von Ihnen nutzen das sogenannte Fracking-Verfahren, welches relativ aufwendig ist und oft erst dann lohnt, wenn der Ölpreis über etwa 50 US-Dollar liegt. Mit einer in den USA steigenden Produktion gerät der Ölpreis aufgrund eines höheren Angebotes jedoch erneut unter Druck. Derzeit gibt es unter den Experten keine einheitliche Meinung, wie dieser Teufelskreis beendet werden soll.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Ein Einbezug von nachhaltigen Investmentkriterien führt dazu, dass mögliche „Nachhaltigkeitsskandale“ minimiert werden, damit negative Konsequenzen für die fundamentale Entwicklung der Unternehmen und die Aktienkurse nicht eintreten.
Die ESG-Daten (Environment, Social and Governance) von Unternehmen verändern sich über einen längeren Zeitraum. Ein systematisiertes, rechtzeitiges Erkennen einer Verschlechterung der ESG-Daten - Identifikation von Risiken - kann oft helfen, massive Kursverluste zu vermeiden.
Unsere Einzeltitel weisen einen durchschnittlichen ESG-Score von 81,75 Punkten (Skala von 0 -100 Punkte) auf. Spitzenreiter sind dabei Allianz (94,34 Punkte) und Cisco Systems (96,50 Punkte).

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

22.03.2017, 18:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Sommer,

natürlich habe auch ich keine Glaskugel und möchte auch keinerlei Behauptung in die Welt setzten. Aber diskutieren wir doch einmal über die Trump-Rally. Gibt es eine Fortsetzung oder eine Rückabwicklung?

Gestern berichteten die Medien, dass das FBI nach Verbindungen zwischen dem Trump-Wahlkampfteam und russischen Geheimdienstlern sucht. Werden diese Verbindungen nachgewiesen, steht Trump als Wahlbetrüger da. Sein Ansehen bei der Bevölkerung und bei seinen Republikanern würde auf einen Tiefpunkt sinken.
Hätte er dann noch die Gefolgschaft eines politischen Führers, der eine Agenda durchsetzen will? Könnten wir nach wie vor damit rechnen, dass die Unternehmenssteuern halbiert und hohe Milliardenbeträge in die Infrastruktur investiert werden?

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