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09.01.2017

18:42 Uhr

Musterdepots

Von Optimisten und Pessimisten

Wie wird das Börsenjahr 2017, fragen sich auch die drei Depotstrategen. Während Georgios Kokologiannis und Sönke Niefünd deutliche Risiken sehen, zeigt sich Alexander Kovalenko eher zuversichtlich.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Der schwache Euro gilt als Haupttreiber der jüngsten Dax-Rally. Dauerhaft profitieren werden die Kurse davon aber nicht. Anders als die meisten Analysten erwarte ich nicht, dass der Euro zum Dollar tatsächlich die Parität erreicht und so die hiesigen Exporte nachhaltig profitieren. Denn die Geldpolitik in der Euro-Zone und die in den USA werden sich früher wieder annähern, als derzeit allgemein erwartet wird.

Längst gibt es Hinweise darauf, dass eine weitere Abwertung des Euros keine ausgemachte Sache mehr ist, etwa das aktuelle, vorläufige Ende der Abwärtsbewegung: Nach der jüngsten Erholung der Gemeinschaftswährung liegt der Wechselkurs im Verhältnis zum US-Dollar inzwischen wieder bei 1,053 Dollar – und damit rund zwei US-Cent über seinem 14-Jahres-Tief der Vorwoche.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Zudem gilt bei Wechselkurseffekten ohnehin: Des einen Freud ist des anderen Leid. US-Firmen büßen durch die Dollar-Aufwertung an Wettbewerbsfähigkeit ein, was die weltweit richtungsweisende Wall Street belasten wird. Waren us-amerikanischer Unternehmen verteuern sich dadurch in der Eurozone. Das könnte die aktuell erwartete, lang ersehnte Erholung bei den Gewinnen der börsennotierten Firmen in den USA rasch wieder abwürgen.

Genau darauf zielt etwa die Skepsis der US-Notenbanker, die den am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Protokollen der vergangenen Fed-Sitzung zu entnehmen ist: Zwar sind die Währungshüter demnach bereit, die Zinsen bei Bedarf rascher anzuheben als bisher angedeutet. Allerdings betonen sie auch, dass die Konjunkturerwartungen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Vor allem auf die negativen Folgen einer anhaltenden Dollar-Aufwertung wird in den Papieren mehrfach hingewiesen.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

10.01.2017, 12:12 Uhr

Natürlich gibt es viele Antriebskräfte, die die Börsenkurse beeinflussen. Meinetwegen auch der Dollarkurs oder die Entwicklung des Welthandels. Aber all diese vielen Zahlen lassen sich zu einer einzigen Zahl komprimieren: Für das Jahr 2017 erwarten die Forschungsinstitute, der Sachverständigenrat und die Bundesregierung ein Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von etwa 1 1/2 %. Das ist nur einen Tick weniger als im vergangenen Jahr. Schön und gut.

Aber nicht abgreifen können die Prognostiker, welche Finanz- und Wirtschaftspolitik Donald Trump betreiben wird. Ich glaube, dass dies der mit Abstand wichtigste Einflußfaktor für die Börsen ist. Aber eine Glaskiugel habe ich natürlich nicht.

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