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09.10.2014

22:09 Uhr

Musterdepots

Von Panik noch weit entfernt

Die Berichtssaison läuft mittlerweile an, doch an den Börsen interessiert das kaum jemanden. Auch die Autoren der Musterdepots verlagern ihren Fokus eher auf die Konjunktur in der Euro-Zone und die Geldpolitik der Fed.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Immer mehr Ökonomen äußern sich pessimistisch in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Während noch vor einigen Monaten ein Wachstum von 1,9 Prozent für 2014 und von zwei Prozent für das Jahr 2015 im Durchschnitt prognostiziert wurde, sind nun die Schätzungen  auf jeweils 1,3 Prozent beziehungsweise 1,2 Prozent abgesenkt worden. Der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier schließt sogar ein negatives drittes Quartal in Deutschland nichts aus.

Nachdem bereits im zweiten Quartal ein leichtes Schrumpfen des Brutto-Inlands-Produktes verzeichnet wurde, würde dies technisch gesehen eine Rezession für die Bundesrepublik bedeuten. Und dies wäre das letzte, was die Euro-Zone brauchen kann, denn Deutschland galt noch bis vor kurzem als starke Konjunkturlokomotive. Die Ökonomen weisen auf eine Reihe von Gründen hin, die zu einem schwachen Wachstum in der Bundesrepublik führen, darunter eine schwache Nachfrage aus der Eurozone nach deutschen Gütern, die momentan schwierige geopolitische Situation und in diesem Zusammenhang vor allem die Sanktionen gegen Russland sowie militärische Konflikte im Irak und in Syrien, wodurch die Verbraucher und Unternehmen deutlich verunsichert sind.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Eine stolpernde Konjunktur ist natürlich alles andere als günstig für die Aktienmärkte, wir bleiben aber voll investiert, weil unsere Anlagestrategie kein Market-Timing vorsieht. Nur wenn unser Wertsicherungssystem eine mögliche panikartige Marktlage, wie es beispielsweise 2008 der Fall war, signalisiert, können wir unser Portfolio absichern beziehungsweise Liquidität aufbauen. Derzeit sind wir aber noch weit davon entfernt. Darüber hinaus setzt die ultralockere Geldpolitik der EZB den Eurokurs unter Druck, was mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit der südeuropäischen Staaten stützen wird.

Beim „SR wisdom capital spekulativ“-wikifolio hat der Portfoliomanager Sebastian Reese die allgemeine Marktschwäche sowie negative Unternehmensnachrichten für den Aufbau von einigen Positionen genutzt, bei denen er ein technisches Erholungspotential sieht. So hat er die Gerresheimer- und Südzuckeraktien ins Portfolio aufgenommen. Die Unternehmen haben diese Woche enttäuschende Zahlen vorgelegt. Herr Reese hält den aktuellen Kurs bei den Titeln für überverkauft.

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