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05.01.2016

10:32 Uhr

Musterdepots

Vorbei das Kaufen und Liegen lassen

Georgios Kokologiannis hat alles richtig gemacht und vor dem schwarzen Jahresauftakt seine Bargeldbestände erhöht. Warum er nicht zuletzt nach diesem Montag das Jahr volatil einschätzt.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Kurz vor dem Jahreswechsel habe ich den Bargeldbestand des Musterdepots massiv erhöht. Das trägt jetzt neben den Absicherungsinstrumenten dazu bei, dass sich die aktuellen Aktienmarktverluste zum Wochenstart nur gedämpft im Portfolio niederschlagen. Ausbauen werde ich die Investitionsquote erst dann wieder, wenn noch mehr Luft aus den Kursen entweicht.

Wer in den vergangenen Wochen kurzfristig auf eine Jahresend-Rally gesetzt hatte, dürfte in den kommenden Tagen seinen Kapitaleinsatz vom Tisch nehmen. Der Dax beispielsweise sollte demnächst wieder deutlich in den vierstelligen Bereich zurückfallen. Auch 2016 gilt daher: Die Zeiten von Kaufen und Liegenlassen sind im aktuellen Börsenzyklus vorbei.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Der holprige Start ins neue Börsenjahr liefert einen Vorgeschmack auf das Ausmaß an Volatilität, mit dem Anleger 2016 konfrontiert werden dürften. Experten sehen vor allem vier übergeordnete Auslöser für hohe Kursschwankungen. Neben dem Auslaufen der ultralockeren Geldpolitik in den USA, der damit zusammenhängenden Dollar-Aufwertung und politischen Krisenherden sorgt vor allem schwächelndes Wirtschafswachstum für Sorgenfalten.

Weltweit hat das Wachstum vieler Volkswirtschaften in den vergangenen Jahren an Dynamik verloren. Eine Entwicklung, die sich 2016 fortsetzen sollte: Anlagestrategen der Deutschen Bank rechnen etwa damit, dass es statt vier bis fünf Prozent wie vor der Finanzkrise langfristig nur noch drei bis vier Prozent Wachstum geben dürfte.

Und auch diese Werte sind wohl nur erreichbar, falls sich Chinas Wirtschaft stabilisiert. Doch die jüngsten, schlecht ausgefallenen Konjunkturindikatoren aus Peking schüren Zweifel daran. Auch in Europa geht die Erholung nur schleppend voran: Die Umsätze der Unternehmen wachsen kaum, und die Firmengewinne dürften Analystenschätzungen zufolge 2016 wohl nur einstellig zulegen. Für verlässliche, nachhaltige Kurszuwächse ist das zu wenig.

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